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Psychologen in autoritären Systemen

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Edited By Theo Herrmann and Wlodek Zeidler

Dieser Sammelband stellt die Lebensläufe oder markante Lebensabschnitte von 16 Psychologen unter Nationalsozialismus und polnischem Staatskommunismus dar. Dabei wurden die Biographien teilweise anhand bisher unbekannter Dokumente erarbeitet. Die Beiträge machen deutlich, dass die Schicksale der Psychologen außerordentlich verschieden waren: Es gab Emigration und Deportation, Hinrichtung und Ermordung, es gab Mitläufer, Intriganten, Opportunisten und Gesinnungstäter, aber auch Solidarität und bis heute fast unbekannte Widerstandskämpfer. Zu verzeichnen waren dabei vielerlei Gedächtnislücken und Schönfärbereien. Wenn auch die Psychologen von beiden Diktaturen in ähnlicher Weise beeinflusst wurden, so fasziniert doch die ganze Vielfalt individueller und letztlich einmaliger Lebensläufe.

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Über Sibirien zu einer Psychologie des Individuums –Etappen des Lebenslaufs von Kazimierz Obuchowski. Wlodek Zeidler

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213 Über Sibirien zu einer Psychologie des Individuums – Etappen des Lebenslaufs von Kazimierz Obuchowski Wodek Zeidler 1. Vorbemerkungen In zwei früheren Aufsätzen (Zeidler, 2006, 2011) habe ich mich mit den Werken und dem Werdegang des polnischen Psychologen Kazimierz Obuchowski be- schäftigt. Beide wurden auf Polnisch geschrieben und veröffentlicht. Daher sind sie dem deutschen Leser schwer zugänglich. In der Biographie Kazimierz Obuchowskis (geb. 1931) finden sich charakte- ristische Merkmale, die für die gesamte Entwicklung der polnischen Psychologie nach dem Zweiten Weltkrieg typisch sind. Es war der Angriff der autoritären Systeme auf das Individuum und dessen Haltung den autoritären Systemen ge- genüber. Im Fall Obuchowski handelte es sich um zwei doch sehr unterschied- liche Systeme. Das erste verbannte ihn gleich am Anfang des Zweiten Weltkrie- ges nach Sibirien. Das zweite, die polnische kommunistische Diktatur, behinder- te ihn, schränkte ihn ein und provozierte seine intellektuelle Entwicklung und seine Erfolge über viele Jahre. Die wichtigsten, prägenden Interaktionen fanden während der Verbannung und später in Polen bis zur Promotion und Veröffentli- chung seines ersten Buches statt. Diesen Abschnitt der Biographie versuche ich hier dem deutschen Leser verständlich zu machen. Das Hauptthema dieses Bandes ist der unterschiedliche Umgang der Psycho- logen mit diversen autoritären Systemen. Obuchowski zeigt uns ein Beispiel für den Umgang mit zwei unterschiedlichen autoritären Systemen. Er schafft es aber, in beiden seine Individualität zu bewahren. Dies bestätigen Ergebnisse der 2009 durchgeführten Enquete...

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