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Ökonomisch-ökologische Bewertung von regionalen Trinkwasserschutzoptionen

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Stefan Geyler

Grundwasser bildet die zentrale Trinkwasserressource in Deutschland und ist zugleich Teil des natürlichen Wasserkreislaufs. Lokale und regionale Strategien zum Schutz dieser Ressource beeinflussen nahezu alle Landnutzungen und führen daher häufig zu wirtschaftlich motivierten Konflikten. Ökonomische Bewertungsansätze wie Nutzen-Kosten-Analysen können die Entscheidungsfindung zu Schutzstrategien jedoch nur dann unterstützen, wenn sie die komplexen Wirkungen und Nutzungsansprüche hinreichend erfassen. Diesen Anforderungen wird die Nutzen-Kosten-Analyse für sich genommen nicht gerecht. Dieses Buch analysiert daher detailliert die Grenzen der Nutzen-Kosten-Analyse und begründet ihre inhaltliche Erweiterung durch ökologische Bewertungsansätze. Die Analysen zeigen, dass ein ökonomisch-ökologischer Bewertungsansatz für einen Vergleich der Schutzstrategien schon dann besser geeignet ist, wenn dieser aus ökonomischer Perspektive unternommen wird. Ausgehend von den theoretischen Analysen wird der ökonomisch-ökologische Bewertungsansatz beispielhaft auf die Dimensionierung eines überregional bedeutsamen Trinkwasserschutzgebietes angewandt.

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II THEORIETEIL 13

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13 II. THEORIETEIL 3 Zielstellung und Anspruch der wohlfahrtsökonomischen Bewertung 3.1 Zielstellung der wohlfahrtsökonomischen Bewertung Der Begriff „ökonomische Bewertung“ bezieht sich in dieser Arbeit auf den Ansatz der Wohlfahrtsökonomik. Unter Wohlfahrtsökonomik13 „im weitesten Sinne wird derjenige Teil des wirtschaftswissenschaftlichen Lehrgebäudes zusammengefasst, welches die theoretischen Probleme der Wohlstandsteigerung innerhalb der sozialökonomischen Wirklichkeit erörtert, …und der Wirtschaftspolitik als Grundlegung und Rüstzeug anbietet… Die Wohlfahrtsöko- nomik will untersuchen, wie das Wirtschaftsleben zu organisieren sei, um den wirtschaftli- chen Wohlstand für das Individuum, eine Gruppe, die Gesellschaft bzw. die Menschheit ins- gesamt größtmöglich werden zu lassen“ (HDSW 1965, Bd. 12, S. 346-359). In ihrer Anwen- dung schließt die Wohlfahrtsökonomik den Anspruch mit ein, eine Richtung für das soziale Handeln zu weisen. Die Aussage, dass ein Zustand mit dem höchsten erreichbaren Wohl- fahrtsniveau verbunden ist, wird im Rahmen der wohlfahrtsökonomischen Bewertung gleich- gesetzt mit der Aussage, dass dieser Zustand erreicht werden sollte (HDSW 1965, Bd. 12, S. 347; Fritsch 1982, S. 29). Als das klassische Bewertungsinstrument der angewandten Wohlfahrtsökonomik zur Be- wertung von Politikoptionen zählt die Nutzen-Kosten-Analyse (Mühlenkamp 1994, Vorwort u. S. 4). Dieses Bewertungsinstrument soll politische Handlungsalternativen, die zu einer ver- änderten Güterausstattung führen, aus einer volkswirtschaftlichen Perspektive vergleichen und die Alternativen im Hinblick auf ihre Wohlfahrtswirkung bewerten. Die Wohlfahrtswir- kung ergibt sich aus den individuellen Nutzenwirkungen, welche die Personen aus den ihnen zur Verfügung stehenden Gütern ziehen können...

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