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Entwicklungs- und Menschenrechtsvorstellungen von unten

Eine vergleichende Untersuchung anhand ausgewählter Beispiele indigener Bevölkerung

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Daniel Stosiek

Dieses Buch befasst sich mit den Vorstellungen von Entwicklung, Menschenrechten und einem guten Leben aus der Sicht marginalisierter Gruppen. Im Fokus stehen indigene Völker in Lateinamerika (insbesondere die Mapuche in Chile) und Beduinen bzw. PalästinenserInnen. Der Vergleich dieser sehr unterschiedlichen Gesellschaften, die die europäische Kolonisierung gemeinsam haben, erweist sich als sehr ergiebig. Die Äußerungen in Interviews und Gesprächen bilden den Ausgangspunkt für eine Suche nach einer neuen, dialogischen, ‘postkolonialen’ und daher alternativen Globalisierung, in der die Stimmen und Realitäten der subalternisierten Subjekte nicht mehr ausgelöscht werden.

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Einleitung

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Die Fragestellung nach “Entwicklungs- und Menschenrechtsvorstellungen von unten” deutet bereits auf einen Widerspruch oder Konflikt, nämlich auf den Verdacht, dass diese Vorstellungen nicht identisch mit denen “von oben” seien.1 Nach dem Zweiten Weltkrieg – symbolisiert durch die Antrittsrede des Präsi- denten Truman 19492 – löste die Epoche der Entwicklung die Kolonialzeit ab. Trotz des Anspruchs der Entwicklung haben aber weltweit die Prozesse der Verarmung, der Menschenrechtsverletzungen und der Unterdrückung eher zu- genommen, als dass sie gelöst worden wären. So haben bestimmte Aspekte der Weltwirtschaft wie der zunehmende Abbau von Schutzmechanismen bezüglich der Handels- und Finanzströme in Ländern des Südens, die Schuldenfalle und die finanzielle Konkurrenz vieler armer Länder mit Offshore-Zentren um niedri- ge Steuern3 den Entwicklungsländern mehr Schaden zugefügt, als Entwick- lungshilfe ihnen genützt hätte. Dieser Widerspruch zwischen Anspruch und Wirklichkeit macht es interes- sant, nach dem zu fragen, was die Menschen “von unten” selber wollen, was sie sich unter “Entwicklung” oder – falls dieser Begriff nicht ihrer Perspektive ent- spricht – unter einem guten Leben vorstellen. In der vorliegenden Arbeit wurde diese Frage an indigene Menschen in La- teinamerika und zum Vergleich auch an einige bäuerlich lebende und beduini- sche PalästinenserInnen gestellt. Diese Frage leitete über zur Frage nach den in- terkulturellen Beziehungen und möglichen Konflikten zwischen marginalisierter und dominanter Gesellschaft und zur Frage nach Problemlösungen der Situatio- nen der Verarmung aus der Perspektive “von unten”. Im ersten Teil geht es um Vorüberlegungen...

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