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Entwicklungs- und Menschenrechtsvorstellungen von unten

Eine vergleichende Untersuchung anhand ausgewählter Beispiele indigener Bevölkerung

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Daniel Stosiek

Dieses Buch befasst sich mit den Vorstellungen von Entwicklung, Menschenrechten und einem guten Leben aus der Sicht marginalisierter Gruppen. Im Fokus stehen indigene Völker in Lateinamerika (insbesondere die Mapuche in Chile) und Beduinen bzw. PalästinenserInnen. Der Vergleich dieser sehr unterschiedlichen Gesellschaften, die die europäische Kolonisierung gemeinsam haben, erweist sich als sehr ergiebig. Die Äußerungen in Interviews und Gesprächen bilden den Ausgangspunkt für eine Suche nach einer neuen, dialogischen, ‘postkolonialen’ und daher alternativen Globalisierung, in der die Stimmen und Realitäten der subalternisierten Subjekte nicht mehr ausgelöscht werden.

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8. Vergleichende Überlegungen zu den Untersuchungen mit PalästinenserInnen und indigenen Menschen und Gruppen in Lateinamerika

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Die Interviews mit den PalästinenserInnen habe ich zwar zeitlich vor den Inter- views, Gesprächen und Beobachtungen mit indigener Bevölkerung in Latein- amerika durchgeführt, doch schien es angebracht, zuerst die Untersuchungen in Lateinamerika, die von einem viel größeren Umfang sind, zu entwickeln, und sie dann mit den Befragungen mit bäuerlichen und beduinischen Palästinensern zu vergleichen. 8.1 Einige detailhafte Zusammenhänge zwischen Äußerungen der PalästinenserInnen und indigenen Menschen Lateinamerikas 8.1.1 Problemlösung Im Vergleich zwischen PalästinenserInnen mit beduinischer Vergangenheit und seit Generationen bäuerlich lebenden PalästinenserInnen werden in der Prob- lemstellung grundsätzliche Gemeinsamkeiten und in der Problemlösung spezifi- sche Unterschiede erkennbar. Bei den Beduinen stellt sich das Problem zunächst wie bei indigenen Ge- meinwesen in Lateinamerika und bei andern Palästinensern dar als die Zerstö- rung der Grundlagen eines früher eigenständigen Lebens bei gleichzeitiger un- genügender Integration in die westliche Welt. Die Richtung der Problemlösung unterscheidet sich bei den Beduinen des betreffenden Ortes von anderen Ge- meinwesen, weil eine Teilerhaltung beduinischer Kultur bei den befragten Men- schen so gut wie ausgeschlossen ist. Daher muss an die Stelle des verlorenen nomadischen Lebens alles das treten, was zum sesshaften Leben und zur “west- lichen” Kultur dazugehört: Infrastruktur (Häuser mit fließendem Wasser, Tele- fon usw.), angemessene Bildungs- und Arbeitsmöglichkeiten und Bewegungs- freiheit. Bei anderen PalästinenserInnen ist die Problemstellung grundsätzlich die- selbe. Aber die Lösung ist anders. Die bäuerliche...

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