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Hunde als therapeutische Weggefährten

Gespräche mit Experten über Therapiebegleithunde im therapeutischen Kontext in Theorie und Praxis

Iris Kuhn

Welches therapeutische Potenzial steckt in ausgebildeten Therapiebegleithunden? Im Buch wird der «Werdegang» vom Wolf bis zum Therapiebegleithund skizziert, wobei der Schwerpunkt der Betrachtung auf der historisch gewachsenen Mensch-Hund-Beziehung liegt. Beschrieben wird die Ausbildung von Therapiebegleithunden und ihrer Hundeführer, gefolgt von einer Betrachtung der ethischen Vertretbarkeit. Eine Auswahl vorhandener Forschungsergebnisse wird vorgestellt, die sich auf Hunde im therapeutischen Kontext bezieht, sowie allgemeine wissenschaftliche Erklärungsmodelle zur Mensch-Tier-Beziehung, zu Wirkmechanismen in der tiergestützten Therapie und zur Mensch-Hund-Kommunikation. Gespräche mit Praktikern (Experten), die ihre ausgebildeten Hunde beruflich einsetzen, runden das Bild ab. Die methodische Basis bildet «das persönliche Gespräch als Weg in der psychologischen Forschung» nach Langer (2000) sowie ergänzend als weitere qualitative Forschungsmethode das Experteninterview. Als Gesamtergebnis zeigt sich, dass Therapiebegleithunde kein Heilmittel an sich darstellen, aber als Katalysator in der therapeutischen Beziehung wirken. Sie können Klienten bei der persönlichen Selbsterkenntnis helfen und deren Heilungsprozesse begleitend unterstützen.

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4 Kurzüberblick über die Organisation der tiergestützten Therapie und Pädagogik

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In Anlehnung an die Erkenntnisse von Boris Levinson beschäftigte sich in den 1970er Jahren eine Vereinigung von Tier– und Humanmedizinern, Psychologen, Soziologen, Verhaltensforschern und anderen Wissenschaft- lern aus den USA und England mit der Erforschung von positiven Effekten der Mensch-Tier-Beziehung. Als Resultat wurde 1977 in Portland/Oregon, USA die Stiftung „Delta So- ciety“ gegründet. Mit dem so genannten „Pet Partner Program“ verbreite- te sich die tiergestützte Therapie bald flächendeckend über die USA. Die „Pet Partner Teams“, die überwiegend Hunde als Co-Therapeuten einset- zen, werden ständig nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen der „Delta Society“-Forschung weitergebildet und sind staatlich anerkannt. Eine detaillierte Beschreibung der Entwicklung aller Organisationen und Vereine findet sich bei Röger-Lakenbrink (2006). Hier soll eine kurze Zu- sammenfassung folgen: 1990 wurde der erste internationale Dachverband für die Erforschung der Mensch-Tier-Beziehung gegründet, die „IAHAIO“(International Association of Human Animal Interaction Organisations). Dieser Dachverband hat sei- nen Sitz bei der „Delta Society“ und fördert weltweit den Austausch wis- senschaftlicher Erkenntnisse und deren Weiterentwicklung auf dem Ge- biet der Mensch-Tier-Beziehung. In Österreich konstituierte sich 1991 der Verein „Tiere als Therapie“(TAT). 1994 wurde in der Schweiz der „Verein Therapiehunde Schweiz“ (VTHS) gegründet, der die ersten Kurse für Therapie-Hunde-Teams durchführte. In Deutschland gab es zeitlich parallele Entwicklungen. 1987 wurde in Würzburg der Verein „Tiere helfen Menschen e.V.“ gegründet sowie 1988 54 in Berlin „Leben mit Tieren e.V.“. Erste Einsätze wurden hier vor allem mit Therapiehunden durchgeführt. Seit dem Jahr...

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