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Hunde als therapeutische Weggefährten

Gespräche mit Experten über Therapiebegleithunde im therapeutischen Kontext in Theorie und Praxis

Iris Kuhn

Welches therapeutische Potenzial steckt in ausgebildeten Therapiebegleithunden? Im Buch wird der «Werdegang» vom Wolf bis zum Therapiebegleithund skizziert, wobei der Schwerpunkt der Betrachtung auf der historisch gewachsenen Mensch-Hund-Beziehung liegt. Beschrieben wird die Ausbildung von Therapiebegleithunden und ihrer Hundeführer, gefolgt von einer Betrachtung der ethischen Vertretbarkeit. Eine Auswahl vorhandener Forschungsergebnisse wird vorgestellt, die sich auf Hunde im therapeutischen Kontext bezieht, sowie allgemeine wissenschaftliche Erklärungsmodelle zur Mensch-Tier-Beziehung, zu Wirkmechanismen in der tiergestützten Therapie und zur Mensch-Hund-Kommunikation. Gespräche mit Praktikern (Experten), die ihre ausgebildeten Hunde beruflich einsetzen, runden das Bild ab. Die methodische Basis bildet «das persönliche Gespräch als Weg in der psychologischen Forschung» nach Langer (2000) sowie ergänzend als weitere qualitative Forschungsmethode das Experteninterview. Als Gesamtergebnis zeigt sich, dass Therapiebegleithunde kein Heilmittel an sich darstellen, aber als Katalysator in der therapeutischen Beziehung wirken. Sie können Klienten bei der persönlichen Selbsterkenntnis helfen und deren Heilungsprozesse begleitend unterstützen.

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5 Aspekte der Ausbildung zum Therapiebegleithund

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Hunde können Menschen auf vielfältige Art helfen. Die Aufgaben eines Therapiehundes werden hier in Abgrenzung zu denen anderer helfender Hunde erklärt. Weiter sollen die Voraussetzungen für den Einsatz eines Therapiehundes betrachtet werden. Wann ist ein Hund geeignet und wie muss er sein? Abschließend wird die Ausbildung für Hund und Halter zum Therapiehunde-Team erläutert. 5.1 Erläuterungen und Differenzierungen zum Begriff „Therapiehund“ und seiner Einsatzbereiche Die im Folgenden aufgeführten Arten von Servicehunden werden für spe- zielle Dienstleistungen am Menschen ausgebildet. Ihr Aufgabengebiet ist in Abgrenzung zu dem des Therapiebegleithundes7 zu sehen. Blindenführhunde sollen die Mobilität ihres visuell eingeschränkten Besit- zers erweitern, indem sie dessen fehlende oder eingeschränkte Wahr- nehmung kompensieren. Sie sollen Situationen anzeigen, die für den Menschen gefährlich oder bedeutsam werden könnten oder als Orientie- rungshilfe dienen. Zu den Aufgaben eines Blindenführhundes gehört unter anderem das Anzeigen oder Umgehen von Hindernissen (z.B. Anzeigen einer Bordsteinkante, Umgehen von Baustellen), das Anzeigen von Orien- tierungspunkten (z.B. Zebrastreifen, Ampel, Briefkasten, Kassenschalter) oder das Hinführen zu einem bestimmten Ziel (z.B. Supermarkt, Bäcker, Wohnhaus) (vgl. Vernooij/Schneider 2008, S. 187 ff). Weiter gibt es Signalhunde (hearing dogs/alert dogs), die ihrem gehörlo- sen oder hörbehinderten Menschen wichtige Geräusche melden und so- 7 Im fortlaufenden Text zur Vereinfachung auch „Therapiehund“ genannt. 56 mit seine fehlende Hörfähigkeit ausgleichen. Der Hund macht seinen Be- sitzer auf die Geräuschquelle aufmerksam, indem er ihn entweder dort...

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