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Arbeit und Technik in der Bildung

Modelle arbeitsorientierter technischer Bildung im internationalen Kontext

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Edited By Bernd Meier

Der Band dokumentiert die Ergebnisse einer internationalen Tagung der Leibniz-Sozietät zu Berlin, deren Anlage den Prinzipien der Historischen und Vergleichenden Pädagogik folgte. Die Tagungsbeiträge untersuchen Stand und Entwicklungslinien der allgemeinen technischen Bildung in Australien, Bolivien, Deutschland, Polen, Russland, Vietnam und in den USA. Dabei gehen sie auf das vorherrschende Verständnis von Allgemeinbildung und von Technik ein, beschreiben zugleich Rahmenbedingungen der technischen Bildung und charakterisieren die angestrebten Bildungsziele. Das Buch leistet einen Beitrag zur Entwicklung von Perspektiven für interdisziplinäre und länderübergreifende Forschungen zur Stärkung einer arbeitsorientierten Bildung für alle Kinder und Jugendlichen.

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Nationale und historische Entwicklungen

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15 Technik und Arbeit in der Bildung – Modelle arbeitsorien- tierter technischer Bildung im internationalen Kontext Gerhard Banse Vorbemerkungen Begonnen werden soll mit zwei Zitaten, die den Anspruch verdeutlichen, der mit den nachfolgenden Darlegungen verbunden ist:1 (a) Technische Bildung hilft, dass man „die Verwicklungen, die die Lebenssitua- tion des modernen Menschen so gewagt, widersprüchlich, verfänglich ma- chen […] nach ihrem Wie und Warum durchschaut“ (LITT 1957, S. 95). (b) „Wer nichts als Chemie versteht, versteht auch die nicht recht“ (LICHTEN- BERG ca. 1790). Das lässt sich auch verändern in: „Wer nichts als Technik versteht, versteht Technik nicht recht!“. Beide Gedanken verweisen m.E. darauf, dass es gilt, ein adäquates, d.h. zeitge- mäßes Technikverständnis auszuprägen bzw. ausprägen zu helfen, einen Pro- zess, den man mit Günter Ropohl als „technologische Aufklärung“ bezeichnen kann, denn „technologische Aufklärung ist die praktische Voraussetzung für die gesellschaftliche und politische Bewältigung einer vom technischen Fortschritt geprägten Zukunft“ (ROPOHL 1971, S. 20). Mit der gewählten Begrifflichkeit und der damit verbundenen Konzeptualisierung greift Ropohl den „klassischen“ Ansatz von Immanuel Kant auf: „Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. […] Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Auf- klärung“ (KANT 1974, S. 9). Folgerichtig führt Ropohl aus: „Ziel technologi- scher Aufklärung ist es, Orientierungswissen, Urteilsvermögen und Diskussions-...

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