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Kinder- und Jugendliteratur in Medienkontexten

Adaption – Hybridisierung – Intermedialität – Konvergenz

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Gina Weinkauff, Ute Dettmar, Thomas Möbius and Ingrid Tomkowiak

TV-Serien, Filme und Computerspieladaptionen gehören ebenso wie Smartphones und Tablet-Computer heute zum Alltag von Kindern und Jugendlichen. Mit der Ausdifferenzierung der Medien wandeln sich kinder- und jugendliterarische Formen und Themen. Texte werden im Verbund produziert und vermarktet und im Medienzusammenhang rezipiert. Die Grenzen zwischen Produktion und Rezeption, aber auch zwischen den Medien werden offener. So werden kinder- und jugendliterarische Stoffe häufig medienübergreifend entwickelt. Nicht zuletzt zeigen sich die Austauschprozesse in vielfältigen intertextuellen Bezügen, in denen die Kinder- und Jugendliteratur auf andere Medien verweist. Die Beiträge des vorliegenden Bandes beleuchten die skizzierten Phänomene mit ihren ökonomischen, ästhetischen, individuellen und didaktischen Aspekten und Konsequenzen. Dabei werden sowohl historische Entwicklungen als auch aktuelle Perspektiven betrachtet.

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Die Nibelungen zwischen Epos, Jugendstilbilderbuch und Stummfilm (Geralde Schmidt-Dum)

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Die Nibelungen zwischen Epos, Jugendstilbilderbuch und Stummfilm Geralde Schmidt-Dumont Mediale Umsetzungen des Nibelungenliedes im 19. Jahrhundert Das mittelalterliche Nibelungenlied entstand Anfang des 13. Jahrhunderts als Zusammenfassung und literarische Gestaltung von mehreren Völkerwande- rungssagen. Daraus erklärt sich sein heterogener Charakter: die brutal-archai- schen Inhalte kontrastieren mit der höfischen Form, die das Ideal der ritterlichen mâze16 anstrebt und für die Interessen der feudalen Zuhörerschaft den Zeichen für gesellschaftliches Prestige und Stand, wie Begrüßungsrituale, Gefolge und Kleidung, großen Platz einräumt (vgl. Ehrismann 2005). Mit Beginn der Neuzeit geriet das Epos in Vergessenheit und wurde erst 1755 wieder aufgefunden. Seitdem rückte es immer stärker in die Rolle eines Nationalepos. Schon seit Beginn des 19. Jahrhunderts erschienen zahlreiche Buchausgaben mit Bearbeitungen, ausgestattet mit Illustrationen, die für das „Volk“ gedacht waren, d. h. für Erwachsene und Kinder gleichermaßen (vgl. Hoffmann 1986, S. 26). Gleichzeitig wurden viele Repräsentationsgebäude mit großformatigen Wandbildfolgen ausgestattet, und ihre Künstler waren oft die- selben, die die Buchillustrationen geliefert hatten (ebd., S. 27; Busch 1934). Die Wandbilder des staatstragenden akademischen Historismus waren be- stimmt von Massenszenen und üppigem Dekor. Die Flächen waren ausgefüllt von einem Gewimmel von verrenkten Menschen- und Pferdeleibern, sich bau- schenden Gewändern und Vorhängen, eingefügt in einen Architekturrahmen. Die Maler verwandten viel Mühe auf eine möglichst exakte Darstellung von Kleidung und Requisiten. Ähnlich wie im Theater wurden mit gezieltem Einsatz des Lichts spektakuläre...

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