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An den Anfängen der serbischen Philologie- Na počecima srpske filologije

"Salo debeloga jera libo azbukoprotres</I> von Sava Mrkalj (1810-2010)- "Salo debeloga jera libo azbukoprotres</I> Save Mrkalja (1810-2010)

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Edited By Gordana Ilic Markovic, Anna Kretschmer and Milos Okuka

Die Beiträge dieses Bandes befassen sich mit dem sogenannten Slawenoserbischen, der Schriftsprache der Serben im späten 18. und in den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts, sowie mit dem Werk, Leben und Zeitalter des Sprachreformers Sava Mrkalj, dessen programmatischer Text Salo debeloga jera libo azbukoprotres vor 200 Jahren veröffentlicht wurde. In diesem Kontext werden verschiedene Aspekte der Epoche, ihres Kulturparadigmas und der damaligen Schriftsprache behandelt. Einen weiteren thematischen Strang stellen die Arbeiten dar, die sich mit der Poetik, Rhetorik und den literarischen Richtungen des serbischen Schrifttums beschäftigen. Ein dritter Schwerpunkt gilt der beginnenden philologischen Arbeit, deren Anliegen die Schaffung einer Schrift- und Literatursprache für das serbische Sozium war, das sich in dem Übergang von der alten Kulturtradition und dem Lebensparadigma der Orthodoxen Slavia hin in die europäische Neuzeit befand.

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Mark Stegherr (München): SAVA MRKALJ UND DER SERBISCHE DISKURS ÜBERDIE KOSOVO-TRADITION – ZWEI PARADIGMENWECHSELDER SERBISCHEN KULTURGESCHICHTE

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SAVA MRKALJ UND DER SERBISCHE DISKURS ÜBER DIE KOSOVO-TRADITION – ZWEI PARADIGMENWECH- SEL DER SERBISCHEN KULTURGESCHICHTE Der vielsprachige und umfassend gebildete serbische Sprachgelehrte Sava Mrkalj (1783–1833) hat nie die Aufmerksamkeit erhalten, die er im Grunde ver dient hätte. Seine Berühmtheit speiste sich eher aus der Ablehnung seiner Zeit ge nossen. Sie empfanden sein Hauptwerk Сало дебелога јера („Das Fett des di cken Jer“), das 1810 in Buda erschien, weniger als anerkennenswerten und in te res santen Beitrag zur Diskussion über die serbische Kyrillica, denn als Angriff auf das serbische kulturelle Selbstverständnis seiner Zeit (Окука 2010). Mrkalj muss te sich sogar vor den Autoritäten der serbisch-orthodoxen Kirche gegen Zwei fel an seiner Rechtgläubigkeit verteidigen. Auch sein Eintritt in ein Kloster konn te die Zweifel nicht ausräumen. Die harsche Reaktion der Kirche und der ser- bischen tonangebenden Kreise Anfang des 19. Jh.s auf den eigen wil li gen Vorstoß des Privatgelehrten Mrkalj hat einen vielfältigen Hintergrund. Mrkalj stammte selbst aus der Grenzregion der Monarchie, wo serbische Fa mi lien seit Jahrhunderten als Wehrbauern und Soldaten die ewig un- sichere Grenze zu den osmanisch beherrschten Gebieten verteidigten. Diese Grenze kann als sym bolisch und bestimmend für die serbische Selbstwahrnehmung gelten. Selbst als einstmals osmanische Gebiete schließlich befreit werden konnten, das serbi sche Königreich geschaffen und in den Balkankriegen vor dem Ersten Weltkrieg auch das symbolisch überhöhte Kosovo, die „Wiege des Serbentums“, befreit wer den konnte, blieb das nationale Selbstbewusstsein unsicher, ungefestigt. Es äußer te sich...

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