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Der Gabe auf der Spur

Eine soziologische Untersuchung zu Gabe und Geschenk im gesellschaftlichen Kontext

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Elba Frank

Sind Geben und Schenken immer reziproke Handlungen oder gibt es das «Ideal» der Gabe und worin liegt es? Die Arbeit zeigt anhand einer Literaturstudie den klassischen wie aktuellen Diskurs um das Geben und Schenken unter Einbezug der historischen, soziologischen, philosophischen und ethnologisch/anthropologischen Literatur auf. Geben und Schenken unterliegt Werten und Normen, die durch Sozialisation und Erziehung vom Einzelnen internalisiert werden. Um die Normen des Gebens und Schenkens sichtbar zu machen, werden weiterhin mittels qualitativer Inhaltsanalyse die für Österreich geltenden Bildungs- und Lehrpläne ffür elementare Bildungseinrichtungen, Vor- und Volksschulen – Gesamtunterricht und Religionsunterricht – analysiert. Für alle weiterführenden Schultypen werden die Lehrpläne für den Religionsunterricht untersucht. Das Ergebnis: Die Vorstellung von Gabe ist institutionell begründet und wird durch Erziehung vermittelt.

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1. Einleitung

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1.1. Hinführung zum Thema und Fragestellung Gaben und Geschenke begleiten das menschliche Leben von der Wiege bis zur Bahre. Menschen erhalten und geben Geschenke. Der menschliche Alltag ist durchzogen von Anlässen, zu denen gegeben, geschenkt werden soll. In der Re- gel denken die Menschen weniger darüber nach, ob sie geben und schenken sol- len, das erscheint obligatorisch, sondern sie überlegen, was sie (bestimmten Per- sonen, mit denen sie in sozialen Beziehungen stehen, zu bestimmten Anlässen) schenken sollen. Findige Akteure schaffen mittels moderner Technologie Abhil- fe - (zum Beispiel: www.schenken.net 15.07.2011) - indem sie den Verzweifel- ten ihre Hilfe bei der Geschenkauswahl anbieten. Interessierte können nicht nur Geschenkideen einholen, sondern das passende Geschenk zum jeweiligen An- lass für eine bestimmte Person (Ehemann/-frau, Freund_in, Mutter, Chef et al) auswählen, käuflich erwerben und den Adressaten zusenden lassen. Sogar die Form eines „Rachegeschenks“, wird angeboten.1 Die Frage – Was hat Rache mit Geben und Schenken zu tun? - ist nicht die einzige Frage, die beantwortet wer- den will. Erhält der im Alltag handelnde Mensch ein Geschenk, weiß er, dass damit die Verpflichtung verbunden ist, sich bei dem/der Geschenk-Geber_in zu revanchieren. Dass erhaltene Gaben und Geschenke Verpflichtungen erzeugen, wissen wir seit Marcel Mauss‘ „Essay sur le don“. „Das System der totalen Leis- tungen“, das Marcel Mauss abbildet, impliziert ein Geben, Nehmen und Erwi- dern, „in einer eher freiwilligen Form […], obwohl sie im Grunde streng obliga- torisch sind, bei Strafe des privaten und öffentlichen Kriegs.“2...

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