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Der Gabe auf der Spur

Eine soziologische Untersuchung zu Gabe und Geschenk im gesellschaftlichen Kontext

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Elba Frank

Sind Geben und Schenken immer reziproke Handlungen oder gibt es das «Ideal» der Gabe und worin liegt es? Die Arbeit zeigt anhand einer Literaturstudie den klassischen wie aktuellen Diskurs um das Geben und Schenken unter Einbezug der historischen, soziologischen, philosophischen und ethnologisch/anthropologischen Literatur auf. Geben und Schenken unterliegt Werten und Normen, die durch Sozialisation und Erziehung vom Einzelnen internalisiert werden. Um die Normen des Gebens und Schenkens sichtbar zu machen, werden weiterhin mittels qualitativer Inhaltsanalyse die für Österreich geltenden Bildungs- und Lehrpläne ffür elementare Bildungseinrichtungen, Vor- und Volksschulen – Gesamtunterricht und Religionsunterricht – analysiert. Für alle weiterführenden Schultypen werden die Lehrpläne für den Religionsunterricht untersucht. Das Ergebnis: Die Vorstellung von Gabe ist institutionell begründet und wird durch Erziehung vermittelt.

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Dritter Teil: Grundlagen des Gebens und Schenkens in den Institutionen der Erziehung

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Im zweiten Teil wurde die Struktur des Gebens und Schenkens erfasst, wie sie in der sozialen Wirklichkeit der Menschen vorhanden ist. Es wurden Gabe- und Schenktypen identifiziert, die aufgrund von Brauch, Sitte, Konvention und Eti- kette erwartet werden, also normativ bestimmt sind. Diverse Schenkanlässe sind im Kalender fixiert oder prägen aufgrund von biographischen Daten soziale Be- ziehungen. Wieder andere Gabe- und Schenktypen weisen eine entwickelte or- ganisatorische Struktur auf, es besteht die Möglichkeit, z. B. ehrenamtlich zu arbeiten oder Blut zu spenden. Eine gesellschaftliche Erwartung an den einzel- nen Menschen, mit Sanktionscharakter, besteht nicht. Bei einigen kalendari- schen und biographischen Daten hingegen wird unerfüllte gesellschaftliche Er- wartung von der Gruppenöffentlichkeit verurteilt. Ein bestimmtes Wissen über das Geben und Schenken ist in jedem Menschen mehr oder weniger vorhanden. Das Wissen darüber ist von der jeweiligen Gesellschaft, Kultur und Religions- zugehörigkeit abhängig. Es braucht Instanzen der Vermittlung des Wissens, der Werte, Normen und Regeln des Gebens und Schenkens und Erklärungen darü- ber, warum bestimmte Typen einer gesellschaftlichen Erwartung unterliegen, andere wiederum nicht. Im folgenden Teil soll festgestellt werden, wie das Geben und Schenken in die Köpfe der Menschen gelangt bzw. welche Instanzen und Sozialisationsein- flüsse die Werte, Normen und Regeln des Gebens und Schenkens tradieren, die jenen, im zweiten Teil identifizierten, Idealtypisierungen zugrunde liegen. Die neuen Erkenntnisse der Neurowissenschaft und Hirnforschung ergänzen die so- ziologischen Sozialisations- und Identitätstheorien, ebenso die Lerntheorien der Pädagogik. Der Sozialpsychologe Harald Welzer...

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