Show Less

Völkerrechtliches und nationales Schifffahrtsrecht

Series:

Eva Marie Lischka

Die Arbeit analysiert die Rechte und Pflichten der Schifffahrt in den verschiedenen Seezonen. Dürfen alle Schiffe (auch Kriegs- und Staatsschiffe) die einzelnen Seezonen durchfahren oder gelten bestimmte Rechte nur für Handelsschiffe? Welche Vorschriften haben die Schiffe in den einzelnen Seezonen zu beachten und welche Probleme tauchen in der Praxis regelmäßig auf? Ferner werden aktuelle Probleme, wie die massive Ausweitung der Piraterie und die stetige Zunahme der Ausflaggung von Handelsschiffen in sogenannte «offene Register» zum Zwecke der Kostenersparnis besprochen und Lösungsansätze hierzu aufgezeigt. Die Themen werden in völkerrechtlicher Hinsicht an Hand des Seerechtsübereinkommens durchleuchtet sowie deren Umsetzung in das deutsche Recht herausgearbeitet.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

D. Die Anschlusszone (“The Contiguous Zone”)

Extract

I. Allgemeines Das Institut der Anschlusszone gibt seit dem 18. Jahrhundert kontinuierlich An- lass zu Diskussionen, stark divergierenden Auffassungen und damit letztlich einhergehenden Problemen726. Trotz dieser erheblichen Widerstände und Prob- leme existiert die Anschlusszone mittlerweile seit über drei Jahrhunderten. Im Seerechtsübereinkommen ist die Anschlusszone in Teil II Abschnitt 4 und dort in Art. 33 SRÜ geregelt. II. Historische Entwicklung der Anschlusszone 1. 18. – 19. Jahrhundert In der Staatenpraxis haben sich bereits seit Beginn des 18. Jahrhunderts Instru- mentarien herauskristallisiert, um in den an das Küstenmeer angrenzenden Mee- resgebieten noch Einfluss auf fremde Schiffe zu haben.727 Ursprünglich sicher- ten die Staaten in der Anschlusszone gegenüber fremden Schiffen ihre zoll- und steuerrechtlichen sowie gesundheitspolizeilichen Gesetze728. Der tatsächliche „rechtliche“ Ursprung des Instituts der Anschlusszone liegt aber in der Zollge- setzgebung des Vereinigten Königreichs im 18. Jahrhundert729. Ab dem Jahre 1709 begann das Vereinigte Königreich mit dem Erlass der sog. “Hovering Acts”, welche eine Reaktion auf die weit verbreitete Schmugglerpraxis waren730. Die Schmuggler hatten sich nämlich im Laufe der Zeit angewöhnt, die Schmug- gelware von größeren Schiffen in kleinere, wendige Boote, die vor der Küste auf 726 So auch: Gloria, in: Ipsen, Völkerrecht, § 52 Rn. 34; vgl. zu allen Problemen und Diskus- sionen ausführlich: Vitzthum, in: Vitzthum, Handbuch des Seerechts, Kapitel 2 Rn. 183 ff. 727 Gloria, in: Ipsen, Völkerrecht, § 52 Rn. 34. 728 Gloria, in: Ipsen, Völkerrecht, § 52 Rn. 34. 729 Vitzthum, in: Vitzthum, Handbuch des Seerechts,...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.