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Malta und die Boatpeople

Eine Ethnologie der interkulturellen Begegnung

Sarah Weber

Europa ringt an seinen Außengrenzen, aber auch im Innern, um Integration. Immer dringlicher wird die Frage nach der Gestaltung unseres Zusammenlebens. Die Arbeit nimmt dieses Problem auf der Mittelmeerinsel Malta in den Blick. Dort treffen durch Migrationsbewegungen von Afrika nach Europa Menschen unterschiedlicher Herkunft aufeinander. Ihre Lebenswelten geraten dadurch in Bewegung: Sie erleben dabei Momente der Irritation und der Unsicherheit. Die Studie geht nicht dem Offensichtlichen nach, sondern analysiert die Komplexität alltäglicher Interaktionen zwischen Einheimischen und Neuankömmlingen. Damit gibt sie einerseits neue Antworten auf die Frage, was derzeit an den Grenzen Europas geschieht, und andererseits Impulse zum Nachdenken darüber, wie wir in Zukunft einander begegnen wollen.

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6 INTERKULTURELLE BEGEGNUNGEN AUF MALTA – LEBENSWELTEN IN BEWEGUNG

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zu den afrikanischen Migranten zugehörig bezeichnet, betont er anderer Stelle seine Aufgabe, sie auch zu erziehen. An diesen Stellen wird seine Distanz zu den Migranten sichtbar, da er einigen von ihnen Ehrgeiz, Selbstständigkeit und Integrationswilligkeit abspricht. Interkulturelle Biografie und gesellschaftliche Reaktionen Dominic konvertierte vom Islam zum Christentum und verließ infolgedessen Ghana und seine muslimische Familie. Nachdem er einige Zeit in Rom gelebt hatte, führte ihn sein Weg nach Malta, wo er an der Universität studierte. Schon bald nach seiner Ankunft lernte er seine heutige Frau kennen, eine junge Mal- teserin aus konservativer Familie. Die erste Zeit der Beziehung war geprägt von sozialen Hindernissen und Zweifeln. Das soziale Umfeld unterstellte ihm, er wolle sie nur heiraten, um eine Aufenthaltsgenehmigung zu erhalten. Zudem machte er sich Sorgen, was seine Eltern von einer Heirat mit einer Weißen hal- ten würden: i was telling you about HOW i met my wife. (. . . ) there were ISSUES concerning other people. you know? people always told me AH: you want to marry a maltese and you can stay here=you know? and these were=these were these were things okay? ehm but first of all also i thought that my parents would not be too happy if i married a WHITE person. because they would not understand. a white person. so it’s from BOTH sides. you know? of course i was not with my parents because i had become a christian. but the feeling of my parents you know was...

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