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Akten des XII. Internationalen Germanistenkongresses Warschau 2010- Vielheit und Einheit der Germanistik weltweit

Erzählte Geschichte – Erinnerte Literatur- Schreiben im Holocaust- Geschlecht, Generation und Nation- Bilaterale Interkulturelle Kommunikation in der Globalisierung -Mitherausgeber: Waltraud Maierhofer, Jörg Riecke, Monika Shafi und Xiaohu Fen

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Edited By Franciszek Grucza, Xiao-hu Feng, Waltraud Maierhofer, Jörg Riecke and Monika Shafi

Der Band enthält die Beiträge von vier Sektionen des Warschauer IVG-Kongresses. Die Beiträge der Sektion Erzählte Geschichte – Erinnerte Literatur (betreut und bearbeitet von Ulrike Gleixner, Marianne Henn, Gabriele Kämper, Waltraud Maierhofer) rekonstruieren, wie sich Erinnerung in verschiedenen Epochen (von der Neuzeit bis zur Gegenwart) und Textsorten (Memoiren, Biographien, Erzählungen, Romanen) unterschiedlich literarisch gestaltet. Besonders werden Methoden der Fiktionalisierung des Erlebten und Mechanismen der Bildung von literarisch vermitteltem individuellem und kollektivem Gedächtnis hervorgehoben. Die Beiträge der Sektion Schreiben im Holocaust (betreut und bearbeitet von Jörg Riecke) befassen sich mit dem noch immer schwierigen Thema der Darstellung des Holocaust, d.h. mit Arbeiten (vor allem deutsch-jüdischer) Autoren, die versuchen, das Unsagbare des Traumas und des Todes zum Ausdruck zu bringen. Die Studien geben einen klaren Umriss des Spannungsfeldes zwischen Überlebensstrategien (Bewältigung des Unfassbaren) und Widerstand gegenüber der Gefahr einer Ästhetisierung des Grausamen. Die Beiträge der Sektion Geschlecht, Generation und Nation (betreut und bearbeitet von Monika Shafi) untersuchen Schreibweisen von AutorInnen, die Geschlechterbeziehungen aus einer Perspektive gestalten, die sich programmatisch als postnational (transkulturell) auffassen lässt, vor allem in Hinblick auf die politische Qualität von ausgewählten männlich und weiblich kodierten Verweis- und Identifikationsmustern. Die Beiträge der Sektion Bilaterale Interkulturelle Kommunikation in der Globalisierung (betreut und bearbeitet von Xiaohu Feng) setzen sich mit verschiedenen Aspekten, Problemen und Konzepten der so genannten «interkulturellen Linguistik» nach dem cultural turn auseinander. Sie gehen auf eine Reihe von linguistischen, kulturlinguistischen und kulturwissenschaftlichen Fragestellungen (transkulturelle Werte, Identitätsbildung, Entwicklung von interkultureller Kompetenz, Kulturtransfer) ein, die in der Zeit der Globalisierung immer stärker in den Vordergrund rücken.

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Sektion (46): Schreiben im Holocaust. Betreut und bearbeitet von Krystyna Radziszewska, Ruth Schwertfeger und Jörg Riecke

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Sektion (46) Schreiben im Holocaust Betreut und bearbeitet von Krystyna Radziszewska, Ruth Schwertfeger und Jörg Riecke Einleitung JÖRG RIECKE Die Sektion „Schreiben im Holocaust“ führt Vertreterinnen und Vertreter der Sprach-, Literatur- und Geschichtswissenschaften zu einem interdisziplinären Dialog über die Möglichkeiten und Grenzen der Analyse von Texten der Opfer des Nationalsozialismus zusammen. Ein erster Schwerpunkt liegt im Bereich „Lyrik in und über den Holo- caust“. „Der Ordnung des Terrors setzt sich die poetische Ordnung des Ge- dichts entgegen, als Selbstvergewisserung in (und nach) Auschwitz“ (Thomas Fries). Diese These wird am Beispiel Primo Levis, Cordelia Edvardsons und Ruth Klügers präzisiert. Für Ruth Klüger stellt auch Rosa Pérez Zancas fest, dass Gedichte im Lager zunächst als „seelische Stütze“ dienen, nach der Befreiung dann gleichermaßen „als therapeutische und ver- arbeitende Maßnahme“ und als Zeugnis des Erlebten betrachtet werden. In den drei Jahren ihrer Internierung in das Czernowitzer-Getto hat auch Rose Ausländer Gedichte verfasst. Während die Forschung ihre „Gettomotive“ in künstlerischer Hinsicht bisher vorwiegend kritisch betrachtet hat, betont Oxana Matiychuk die Funktion dieser Texte und ihre Bedeutung für die Suche nach neuen Ausdrucksmöglichkeiten und einer neuen Poetik. Auch Jizchak Katzenelsons Poem „Dos lied vunem ojsgehargetn jidischn volk“ kann als beispielhaft für die Möglichkeiten des Schreibens im Holocaust gelten. „Die von den Nationalsozialisten praktizierte Depersonalisierung führt bei dem narrativen Ich statt zur Zerstörung der Person zur Herausbil- dung einer Meta-Person“ (Ulrike Zeuch). So...

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