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Sonne, Mond und Ferne

Der Weltraum in Philosophie, Politik und Literatur

Elmar Schenkel and Kati Voigt

Vor gut einem halben Jahrhundert hat der Weg der Menschen in den Weltraum begonnen. Dieser Eintritt ins All wird in diesem Band aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Wissenschaftsgeschichte und Philosophie, Ideologiekritik und Kulturwissenschaften schauen auf den politischen Wettlauf ins All, die Rolle der Astronomie in der Schule oder die ersten Aliens in der Science Fiction, auf Schwarze Löcher und deren kulturelle Begleitmusik. Als Stimme aus der Praxis rundet ein Interview mit Sigmund Jähn, dem ersten Deutschen im Weltraum, den reichhaltigen Band ab.

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GISA BAUER: Weltall im real existierenden Sozialismus. Die Bedeutung des Jugendweihebegleitbuchs Weltall – Erde – Mensch in den 1950er Jahren

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GISA BAUER Weltall im real existierenden Sozialismus. Die Bedeutung des Jugendweihebegleitbuchs Weltall – Erde – Mensch in den 1950er Jahren Bei oberflächlicher Betrachtung stellt der Gegenstand des folgenden Artikels einen nahezu abwegigen Beitrag im Kontext des Semesterthemas „Weltall“ dieser Studium-Universale-Reihe dar, die im Wesentlichen das physikalische Weltall unter verschiedenen Aspekten bis hin zu seiner künstlerischen Dar- stellung behandelt. Allerdings ist mindestens durch Letzteres schon der An- knüpfungspunkt zum Sujet dieses Aufsatzes gegeben: Das Weltall existiert nicht als eigenständige Entität, sondern immer in der Form, die die menschliche Wahrnehmung zu erfassen ermöglicht. Insofern ist die Thematik der folgenden Überlegungen angebunden an das Phänomen, das aller Fokussierung auf das Universum gemeinsam ist, nämlich der Frage nach dem „Wie“ der Beobachtung und letztlich seiner Interpretation. Wie stark ideologisch überformt diese Inter- pretation sein kann, stellen die folgenden Ausführungen an einem konkreten zeitgeschichtlichen Beispiel dar. Der sozialistische Umgang mit den Naturwissenschaften Im Sozialismus erfolgte die Wahrnehmung und Interpretation des Weltalls, ebenso wie die der gesamten natürlichen, gesellschaftlichen und historischen Phänomene, nach Maßgabe der marxistisch-leninistischen Ideologie, d.h. im Wesentlichen des dialektischen und historischen Materialismus, die sowohl die Methodik als auch die inhaltlichen Ergebnisse der Forschung prägte. Hinzu kam die Spannung, die sich durch die Verortung politischer Interessen vor wissen- schaftlichen Werten ergab. Mit der Wende zur Politisierung staatlicher Institu- tionen in der Zeit zwischen 1948 und 1952 im Zuge der Umwandlung der Sozia- listischen Einheitspartei Deutschlands (SED) zu einer „Partei neuen Typus“ be- gann...

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