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Sonne, Mond und Ferne

Der Weltraum in Philosophie, Politik und Literatur

Edited By Elmar Schenkel and Kati Voigt

Vor gut einem halben Jahrhundert hat der Weg der Menschen in den Weltraum begonnen. Dieser Eintritt ins All wird in diesem Band aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Wissenschaftsgeschichte und Philosophie, Ideologiekritik und Kulturwissenschaften schauen auf den politischen Wettlauf ins All, die Rolle der Astronomie in der Schule oder die ersten Aliens in der Science Fiction, auf Schwarze Löcher und deren kulturelle Begleitmusik. Als Stimme aus der Praxis rundet ein Interview mit Sigmund Jähn, dem ersten Deutschen im Weltraum, den reichhaltigen Band ab.

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THOMAS SCHIPPERGES: Ein Ständchen ins Weltall an einen unerreichbaren Stern. Bruno Madernas Serenata per un satellite (1969)

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THOMAS SCHIPPERGES Ein Ständchen ins Weltall an einen unerreichbaren Stern. Bruno Madernas Serenata per un satellite (1969) 1 Einleitung Die Verbindung von Musik und Weltraum hat viele Facetten. Es gibt viele Zu- gänge. Zu denken ist an die alten Vorstellungen von Sphärenmusik und Sphärenharmonie, jene auf Pythagoras zurückgeführte Idee, dass die Himmels- körper bei ihren Bewegungen Töne erzeugen. Harmonische Zusammenklänge entstehen in Abhängigkeit von den Geschwindigkeiten und den Abständen der Umlaufbahnen der Planeten. Die Musik der Planeten gilt als Spiegel einer parallelen Beziehung zwischen den ganzzahligen Proportionen der musika- lischen Intervalle und dem in ebenso mathematischen Proportionen harmonisch geordneten Kosmos. Heute lässt sich die Musik des Weltalls tatsächlich und konkret hörbar machen: „Die Geräusche der Sonnenstrahlung beim Auftreten auf die Erdatmosphäre, das Schlagen der Pulsare und die zahlreichen von Sternen ausgesandten Geräusche sind vernehmlich.“ (Wulf 225) Bei Platon (Politeia 10, 14, 617b) fand das kosmologische Bild in acht Sirenen eine mythische Verankerung, über Martianus Capella und Boethius wurde es ins christliche Mittelalter transportiert und dort mit den hierarchisch gestuften Engelschören verflochten, bei Johannes Kepler und Athanasius Kircher steht es an der Schwelle zur Neuzeit und selbst im zwanzigsten Jahr- hundert feierte es vereinzelt seine Auferstehung, etwa in den harmonikalen Theorien von Hans Kayser oder im New Age eines Joachim Ernst Behrendt. Jenem »Die Sonne tönt nach alter Weise …« stellte sich natürlich auch bis- weilen Skepsis entgegen. Ungewöhnlich ist die...

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