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Sterbeorte in Deutschland

Eine soziologische Studie

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Michaela Thönnes

Sterben ist ein sozialer Prozess, der in Abhängigkeit vom Sterbeort sehr unterschiedlich verläuft. Das Buch will anhand einer umfassenden Darstellung des soziologischen Forschungsstands die Wissenslücken um die Sterbeorte aufdecken und schließen. Um zu verstehen, wie unterschiedlich Sterben an verschiedenen Orten determiniert ist, wurden qualitative Interviews mit Angehörigen durchgeführt, die Sterbende begleitet hatten. Welche Vorstellungen, welches Wissen und welche Einstellungen gegenüber den verschiedenen Sterbeorten liegen in der Gesellschaft vor? Die Ergebnisse der Studie verdeutlichen die Komplexität der sozialen Abläufe im Sterbeprozess, welche sich aus Kommunikation, Emotionalität, Wünschen und Zielen ergeben.

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2. Demografie des Sterbens in Deutschland

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Zur Darstellung der demografischen Eigenschaften Sterbender und der Sterbeorte in Deutschland werden in den folgenden Kapiteln Sterbezif- fern, das Sterbealter, die häufigsten Todesursachen, Angaben zum Ge- sundheitszustand und zur Pflegebedürftigkeit in Deutschland dargelegt. Der Überblick zentraler Kennzahlen zeigt die gegebenen Rahmenbedin- gungen des Sterbens und der Sterbeorte in einer modernen Dienstleis- tungsgesellschaft. 2.1 Sterbeziffer und Sterbealter Die allgemeine Sterblichkeit wird in Deutschland anhand der altersstan- dardisierten Sterbeziffer bemessen.13 Die Sterblichkeit wird auf der Grund- lage der Bevölkerungsstatistik berechnet und ist eine der ältesten Statisti- ken, mit der Rückschlüsse auf die allgemeine gesundheitliche Lage der Bevölkerung sowie deren medizinischen Versorgung möglich sind, wel- che wiederum den Wohlstandsgrad der betrachteten Gesellschaft er- kennbar macht. Zwischen 1990 und 2006 sank in Deutschland die Sterbeziffer von 1127 auf 777 Sterbefälle je 100.000 Einwohner. Dieser Rückgang fiel mit 35% bei den Männern größer aus als bei den Frauen mit 31%. Betrachtet man die einzelnen Bundesländer, so ist festzustellen, dass diese Entwick- lung sich im Bundesgebiet nicht überall gleichermaßen vollzogen hat. Ein Vergleich zwischen den neuen und den alten Bundesländern zeigt 13 Formal ist zu beachten, dass die geschlechtsspezifische Sterblichkeit die To- desfälle bei Frauen bzw. Männern bezogen auf 100.000 Einwohner der Be- völkerungsgruppe widerspiegelt. Die allgemeine (rohe) Sterbeziffer gibt die Anzahl der Sterbefälle auf 100.000 der mittleren weiblichen oder männlichen Bevölkerung an. Die direkt standardisierte Sterbeziffer wurden auf der Grund- lage der alten Europabevölkerung...

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