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Sterbeorte in Deutschland

Eine soziologische Studie

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Michaela Thönnes

Sterben ist ein sozialer Prozess, der in Abhängigkeit vom Sterbeort sehr unterschiedlich verläuft. Das Buch will anhand einer umfassenden Darstellung des soziologischen Forschungsstands die Wissenslücken um die Sterbeorte aufdecken und schließen. Um zu verstehen, wie unterschiedlich Sterben an verschiedenen Orten determiniert ist, wurden qualitative Interviews mit Angehörigen durchgeführt, die Sterbende begleitet hatten. Welche Vorstellungen, welches Wissen und welche Einstellungen gegenüber den verschiedenen Sterbeorten liegen in der Gesellschaft vor? Die Ergebnisse der Studie verdeutlichen die Komplexität der sozialen Abläufe im Sterbeprozess, welche sich aus Kommunikation, Emotionalität, Wünschen und Zielen ergeben.

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6. Ergebnisse der Analyse

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Die Untersuchung erfolgt unter Berücksichtigung des Symbolischen In- teraktionismus, wie in Kapitel 4 dargestellt. Die Interviews werden auf die Einstellungen gegenüber den Sterbeorten „Zuhause“, „Alten- /Pflegeheim“ und „Krankenhaus“ hin analysiert. Diese Sterbeorte bilden den Bezugspunkt für die Analyse der Interaktions- und Interpretations- leistungen der Befragten und ihrer sozialen Netzwerke. Zu jeder der ge- nannten Institutionen besitzen einzelne Befragte ein Wissen und bringen bestimmte Wünsche, Gefühle oder Erfahrungen im Hinblick auf diese Sterbeorte ein. Diese werden mit nahestehenden Personen und instituti- onellen Akteuren kommuniziert. In den folgenden Kapiteln wird aufge- zeigt, wie Werte, Normen und Einstellungen in der Interaktion zwischen den Individuen und ihren sozialen Netzwerken im Hinblick auf die Ster- beorte gegenseitig interpretiert und entwickelt werden. 6.1 Allgemeine Einstellungen gegenüber Sterben und Sterbeorten Als ein besonders deutliches Ergebnis der Befragung stellt sich heraus, dass es allen Befragten gleichermaßen Mühe bereitete, über das konkrete Sterben und über den gewünschten Sterbeort zu sprechen. Vor den je- weiligen Gesprächsterminen wurden die Interviewpartnerinnen und - partner über das Thema des Interviews schriftlich oder telefonisch in- formiert. Es wurde ihnen mitgeteilt, es handele sich um eine Untersu- chung bezüglich der eigenen Erfahrungen mit dem Sterben von Ver- wandten unter besonderer Berücksichtigung des Ortes, wo diese bis zu dem Zeitpunkt des Sterbens betreut wurden. Hierdurch war davon aus- zugehen, dass bei den Befragten ein Bewusstsein zum Sterbeort geweckt war. Das Antwortverhalten der Befragten widersprach dieser Annahme jedoch. 120 Ergebnisse der Analyse Interviewerin: „… und von...

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