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Wie von Gott reden?

Ansätze der Theologie im 20. Jahrhundert

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Hanjo Sauer

Das 20. Jahrhundert zeichnet sich durch tief greifende Umbrüche in der Theologie aus. In sehr unterschiedlichen Ansätzen suchen Theologen und Theologinnen unter den Bedingungen ihrer Zeit das Geheimnis Gottes zur Sprache zu bringen. In dreißig Porträts werden diese Ansätze mit besonderer Berücksichtigung der Verflechtung von Biografie und Werk kurz dargestellt. Neben ausführlichen Literaturhinweisen ist jeweils ein Originaltext beigefügt. So soll deutlich werden, welche Herausforderung es darstellt, authentisch von Gott zu reden.

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10. Gott: der ganz Andere. Karl Barth (1886 –1968)

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10. Gott: der ganz Andere Karl Barth (1886 –1968) Bei allen theologischen Autoren/Autorinnen des 20. Jahrhunderts ver- zahnen sich Biografie, geschichtliche Rahmenbedingungen und theologi- sches Werk. Diese Verflechtung ist kein Verlust an einer vermeintlichen Objektivität, sondern ein Vorzug. Sie macht deutlich, dass Theologie nur aus dem Vollzug der eigenen Existenz heraus möglich ist. Ganz offen- sichtlich wird dies bei Karl Barth. Mit seinem Werk erlebt die protestan- tische Theologie die tiefste Zäsur des 20. Jahrhunderts. Die theologische Zäsur folgt der gesellschaftlichen und politischen, die die Katastrophe des Ersten Weltkriegs mit sich gebracht hat. Die dialektische Theologie, die Karl Barth gemeinsam mit Rudolf Bultmann und anderen entwickelt hat,1 kann ohne diesen gesellschaftlichen Hintergrund nicht verstanden werden. Eine weitere wichtige zeitgeschichtliche Rahmenbedingung ist im Widerstand gegen den Nationalsozialismus zu sehen. Der Einsatz für die Bekennende Kirche prägte das Lebenswerk Barths in den 1930er- und 1940er-Jahren. Schließlich stehen am Ende seines Lebens sein Interesse für den Ökumenismus und seine Anteilname an der Neuorientierung der römisch-katholischen Kirche im Zweiten Vatikanischen Konzil. So wird deutlich, dass sich alle diese wichtigen Ereignisse des Jahrhunderts in sei- ner Biografie und in seinem Leben widerspiegeln und von ihm als Heraus- forderung für eine gewaltige geistige Anstrengung verstanden werden. Einige biografische Hinweise: Karl Barth ist am 10. Mai 1886 in seiner Vaterstadt Basel geboren. Er verbrachte seine Jugend in Bern, begann dort 1904 sein Theologiestudium, wechselte nach Berlin, war Schüler Harnacks und Wilhelm Herrmanns in Marburg und...

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