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Wie von Gott reden?

Ansätze der Theologie im 20. Jahrhundert

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Hanjo Sauer

Das 20. Jahrhundert zeichnet sich durch tief greifende Umbrüche in der Theologie aus. In sehr unterschiedlichen Ansätzen suchen Theologen und Theologinnen unter den Bedingungen ihrer Zeit das Geheimnis Gottes zur Sprache zu bringen. In dreißig Porträts werden diese Ansätze mit besonderer Berücksichtigung der Verflechtung von Biografie und Werk kurz dargestellt. Neben ausführlichen Literaturhinweisen ist jeweils ein Originaltext beigefügt. So soll deutlich werden, welche Herausforderung es darstellt, authentisch von Gott zu reden.

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23. Christentum und Weltethos. Hans Küng (* 1928)

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23. Christentum und Weltethos Hans Küng (* 1928) In der Landschaft der Theologinnen und Theologen des 20. Jahrhunderts nimmt sich Hans Küng wie ein bunter Hund aus. Er besitzt eine Reihe von hervorstechenden Eigenschaften, die normalerweise nicht mit einem Theologen in Verbindung gebracht werden: eine unbekümmerte und nicht selten freche Widerständigkeit gegen jeden Versuch einer Domes- tizierung, von welcher Autorität sie auch kommen mag, die Fähigkeit, den Puls der Zeit zu spüren und früher als andere Themen aufzugreifen, die in der Luft liegen, anschaulich und brillant zu formulieren und sich mediengerecht in Szene zu setzen. Auf Grund all dieser Charakteristika war der Konflikt Küngs mit dem kirchlichen Lehramt im Grunde schon vorprogrammiert. Er entzündete sich an Fragen, die im Hinblick auf die Hierarchie der Wahrheiten des Glaubens insgesamt durchaus nicht von zentraler Bedeutung waren: Die Auswirkungen dieses Konflikts hat Küng dazu genutzt, seine akademische Position immer mehr zu verbessern und seinen internationalen Bekanntheitsgrad immer weiter zu steigern. Im Gegensatz zu vielen anderen fällt es schwer, Küng in der Rolle eines „Opfers“ zu sehen. Er hat seine selbstgewählte Rolle eines Kirchenkri- tikers gezielt dazu genutzt, mit Nachdruck in der römisch-katholischen Kirche Reformen anzumahnen und einzufordern. Auch wenn man die permanenten Provokationen, deren sich Küng bedient hat, in Rechnung stellt, ist es doch insgesamt sehr zu bedauern, dass der kirchliche Raum – auch und gerade im Fall der akademischen Theologie – nicht mehr Spiel- raum für das Denken...

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