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Internationale Studien zur Geschichte von Wirtschaft und Gesellschaft

Teil 1 und Teil 2

Edited By Karl von Hardach

Wirtschafts- und Sozialhistoriker – gut eine halbe Hundertschaft aus zwölf Ländern – bieten einen bunten Strauß ihrer akademischen Arbeiten von der Antike bis zur Gegenwart. Zu Worte kommen Professoren und Praktiker (Anwälte und Archivare, Beamte und Bankiers, Gymnasiallehrer und Geschäftsleute – alle mit einem Herzen für die Historie). Sie bieten Einblicke in die Breite und Tiefe wirtschafts- und sozialgeschichtlicher Untersuchungen und belegen Methodenvielfalt und Darstellungsmannigfaltigkeit wie sie heute weltweit praktiziert werden. Der Band enthält Beiträge in deutscher und englischer Sprache.

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Integration – Desintegration – Reintegration. Griechenland im internationalen bargeldlosen Zahlungsverkehrssystem vom Mittelalter bis 1914: Markus A. Denzel

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122 völkerungsentwicklung Wiens, ein Schicksal, das Berlin nunmehr infolge der politischen Gegebenheiten gleichfalls teilte. Die unterschiedliche geographische und politische Situation schlug sich na- türlich auch in der relativen Einkommensposition der beiden Hauptstädte nieder. Während Berlin zu Ende des ersten Jahrzehnts nach der Wende nur rund 85% des durchschnittlichen deutschen Pro-Kopf-Einkommens erreichte, übertraf Wien das österreichische um etwa ein Drittel. Die Periode, in welcher die ökonomische Entwicklung beider Hauptstädte durchaus ähnlich verlief, war somit jene der Industrialisierung bis hin zum Ersten Weltkrieg, welche Lothar Baar für Berlin umfassend analysiert hat. 123 Integration – Desintegration – Reintegration Griechenland im internationalen bargeldlosen Zahlungsverkehrssystem vom Mittelalter bis 1914 Markus A. Denzel Einleitung Das internationale System des bargeldlosen Zahlungsverkehrs, wie es sich seit der Kommerziellen Revolution im Italien des 12. bis 14. Jahrhunderts entwickelt hatte, basierte auf der immer weiteren Verbreitung des Wechselbriefs als Instru- ment bargeldloser Transaktionen zwischen immer mehr Kaufleuten aus immer weiteren Teilen der Welt, und spätestens seit dem 14. Jahrhundert gehörte auch das spätbyzantinische Reich zum geographischen Raum, in dem derartige bar- geldlose Zahlungsverkehrsoperationen eines italienischen merchant-banker üb- lich waren. Seitdem waren Griechenland bzw. die griechischen Kaufleute Teil dieses Systems, wenn auch – und das ist das Interessante an unserem Thema – in deutlich unterschiedlicher Intensität. Denn in der Regel brach ein Integrations- prozeß, d.h. der Prozeß der schrittweisen Eingliederung eines Finanzplatzes und damit einer bestimmten Gruppe von Kaufleuten in das internationale bargeldlose Zahlungsverkehrssystem, in der vorindustriellen Zeit nicht mehr ab, wenn er einmal in...

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