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Internationale Studien zur Geschichte von Wirtschaft und Gesellschaft

Teil 1 und Teil 2

Karl von Hardach

Wirtschafts- und Sozialhistoriker – gut eine halbe Hundertschaft aus zwölf Ländern – bieten einen bunten Strauß ihrer akademischen Arbeiten von der Antike bis zur Gegenwart. Zu Worte kommen Professoren und Praktiker (Anwälte und Archivare, Beamte und Bankiers, Gymnasiallehrer und Geschäftsleute – alle mit einem Herzen für die Historie). Sie bieten Einblicke in die Breite und Tiefe wirtschafts- und sozialgeschichtlicher Untersuchungen und belegen Methodenvielfalt und Darstellungsmannigfaltigkeit wie sie heute weltweit praktiziert werden. Der Band enthält Beiträge in deutscher und englischer Sprache.

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Wirtschaftliche Entwicklung – ein regionaler statt nationaler Prozess: Franz Mathis

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589 Wirtschaftliche Entwicklung – ein regionaler statt nationaler Prozess Franz Mathis Obwohl schon seit längerem versucht wird, bei der Erklärung wirtschaftlicher Entwicklung regionale statt nationale Einheiten stärker in den Blick zu nehmen,1 dominiert nach wie vor – im wissenschaftlichen wie im aktuellen öffentlichen Diskurs – die Vorstellung nationaler Entwicklungen: man spricht noch immer vornehmlich von einer britischen, französischen, deutschen, amerikanischen oder jüngst auch einer brasilianischen, chinesischen oder indischen Entwicklung. Was Rainer Fremdling, Toni Pierenkemper und Richard H. Tilly Ende der 70er Jahre schreiben konnten, dass nämlich in „lehrbuchartigen Darstellungen … Industria- lisierung nach wie vor als nationales Problem (oder Errungenschaft von Nationen) verstanden zu werden scheint“,2 hat nichts an Gültigkeit verloren. Noch immer werden, wenn es um Sozialprodukte oder um Pro-Kopf-Einkommen geht, in erster Linie ganze Länder miteinander verglichen und nur gelegentlich – wie etwa in manchen Statistiken der EU – einzelne Regionen. Eine nationale, späte- stens seit Adam Smith’s „Wealth of Nations“ angewandte Betrachtungsweise fragt dann auch eher nach nationalen und weniger nach regionalen Faktoren, wenn nach Erklärungen für mehr oder weniger Entwicklung gesucht wird. Wel- che Faktoren trugen dazu bei, dass sich etwa England auf diese, Italien auf jene und die USA auf wieder eine andere Weise entwickelten? Eine solche Frage übersieht die zum Teil erheblichen regionalen Unterschie- de innerhalb eines Landes, die sich mit nationalen Faktoren nicht erklären lassen. Wenn es zum Beispiel spezifisch italienische Faktoren gäbe, die den Aufstieg Italiens zu einem der reicheren Länder der...

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