Show Less

Zwischen Schweigen und Schreiben

Interdisziplinäre Perspektiven auf zeitgeschichtliche Jugendromane von Kirsten Boie und Gina Mayer

Series:

Edited By Norman Ächtler and Monika Rox-Helmer

Im Zentrum des Bandes stehen die Historischen Jugendromane Ringel, Rangel, Rosen von Kirsten Boie und Die verlorenen Schuhe von Gina Mayer. Die Autorinnen gehören zu den wichtigen Vertreterinnen der aktuellen zeitgeschichtlichen Kinder- und Jugendliteratur; ihre Romane behandeln Themen, die die deutsche Geschichts- und Erinnerungskultur entscheidend prägen: Nationalsozialismus, Holocaust und Nachkriegszeit. Der Band bringt literatur- und geschichtswissenschaftliche, sprach- und erziehungswissenschaftliche sowie fachdidaktische Studien zusammen, die die Texte von Kirsten Boie und Gina Mayer aus den jeweiligen Perspektiven heraus untersuchen. Ziel des Bands ist es, an den Romanbeispielen exemplarisch die unterschiedlichen Zugangsweisen der einzelnen Disziplinen zu zeitgeschichtlichen Erzähltexten der Kinder- und Jugendliteratur zu kontrastieren und interdisziplinäre Kreuzungspunkte aufzuzeigen.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

I. Anmerkungen zur Kinder‐ und Jugendliteratur

Extract

I. Anmerkungen zur Kinder‐ und Jugendliteratur 15  „Einem Kind wäre schon ein einziges Opfer als Anblick   zuviel gewesen.“   Der Nationalsozialismus als Gegenstand in der Literatur   für Kinder und Jugendliche  CARSTEN GANSEL    Zu Aspekten einer Geschichte der Kinder‐ und Jugendliteratur    Wenn es darum geht, aktuelle Entwicklungen in der Kinder‐ und Jugendliteratur  (KJL) zu erfassen, dann erscheint es angeraten, wenigstens ansatzweise einen  Blick  auf  die  Geschichte  und  die  Herausbildung  eines  eigenständigen  Hand‐ lungs‐ und Symbolsystems KJL zu werfen. Bekannt ist, dass in der Mitte des 18.  Jahrhunderts das Bedürfnis nach einer ausdrücklich für Kinder und Jugendliche  produzierten  Literatur wuchs. Die Texte wurden  zunächst von  jenen geschaf‐ fen, die  sie  in der  täglichen Arbeit benötigten, nämlich Erzieher,  Lehrer, Hof‐ meister. Diese ‚Produzenten‘ von KJL fertigten zunächst für den Hausgebrauch  Sammlungen aus vorhandenen Schriften oder eigenen Texten an. Die Verbrei‐ tung dieser  Schriften  konzentrierte  sich auf die wohlhabenden  Schichten des  gebildeten Bürgertums wie Teile des Adels, jene Gruppen also, die sich finanzi‐ ell  einen  Erzieher  leisten  konnten. Mit  dem wachsenden Bedürfnis  nach  sol‐ chen spezifischen Lesestoffen für junge Leserinnen und Leser wurden die Texte  schließlich nicht mehr nur für den eigenen Bedarf produziert, sondern für einen  literarischen Markt mit  entsprechenden  Vermittlungsinstanzen. Mit  anderen  Worten:  Im  ausgehenden  18.  Jahrhundert  entstand  ein  literarisches  Hand‐ lungssystem, das sich auf die Produktion und Distribution von Texten für Kinder  und Jugendliche spezialisierte und die Rezeption und Verarbeitung durch junge  Leserinnen...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.