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Erwerb und Schutz des Eigentums an Mobilien im deutschen und schwedischen Recht

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Nils R. Grenda

Die Konzepte des Eigentumstransfers unterscheiden sich im deutschen und schwedischen Recht grundlegend. Im Gegensatz zum deutschen wird das Eigentum im schwedischen Recht funktional betrachtet. Diese Arbeit untersucht, was dies genau beinhaltet und was daraus für den rechtsgeschäftlichen Erwerb und den Schutz des Eigentums an Mobilien folgt. Dazu werden die Voraussetzungen des Eigentumserwerbes in ihrem historischen Kontext herausgearbeitet, gegenübergestellt und verglichen. Darüber hinaus werden für beide Rechtsordnungen die Instrumentarien des Eigentumsschutzes systematisch dargestellt und dahingehend untersucht, ob dem Eigentümer ein vergleichbares Schutzniveau gewährleistet wird.

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Teil 2: Grundlagen

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37 Teil 2 Grundlagen Der rechtsgeschäftliche Eigentumserwerb an beweglichen Sachen und der damit zusammenhängende Schutz des Eigentums sind eine vielschichtige Materie, die in vielen Rechtsordnungen eng mit einer Reihe anderer zivilrechtlicher Probleme verwoben ist. Auch in der Lebenswirklichkeit greifen hier unterschiedliche As- pekte ineinander. Neben allgemeinen vermögensrechtlichen Fragen gehören, abhängig vom Konzept der jeweiligen Rechtsordnung, sowohl vertragsrechtliche als auch sachenrechtliche Aspekte dazu. Das Verständnis der unterschiedlichen Konzepte und Herangehensweisen im deutschen und schwedischen Recht erfor- dert deshalb grundlegende Kenntnisse von Systematik und Begriffsbildung des Zivilrechts beider Rechtsordnungen. Kapitel 3: Systematik des Zivilrechts Der Eigentumserwerb ist in den meisten Rechtsordnungen Gegenstand eines zivilrechtlichen Regelsystems. Aus diesem System können sich einerseits dog- matischen Grundlagen ergeben, die das Verständnis der Materie insgesamt er- leichtern. Andererseits kann das System aber auch Schlussfolgerungen auf die Hintergründe der Unterschiedlichkeit der Konzepte zulassen. § 1 Deutsches Recht Ausgangspunkt der Systematik des deutschen Zivilrechts ist das BGB als zentra- le Kodifikation. Durch seine Struktur hat der Gesetzgeber einen systematischen Rahmen für das deutsche Zivilrecht insgesamt vorgegeben. 38 I. Systematik des BGB Die Systematik des BGB entstammt dem Pandektenrecht des 19. Jahrhunderts.1 Die historische Rechtsschule hatte aus dem gemeinen römischen Recht, das Deutschland seit dem Mittelalter beherrschte, abstrakte Rechtssätze extrahiert, systematisiert und so ein System des Zivilrechts geschaffen.2 Dabei griff man auf die Digesten3 der justinianischen Kodifikation zurück.4 Das Pandektensystem unterteilte sich anfänglich in drei Rechtsbereiche: Vermögens-, Familien- und Erbrecht.5 Später ging man zu...

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