Show Less

Esskulturen

Series:

Edited By Werner Siebel, Hartmut Salzwedel and Ingeborg Siggelkow

Die Beiträge dieses Bandes beschäftigen sich mit den Essensgewohnheiten, die sich bei vielen Menschen durch die Industrialisierung im 19. Jahrhundert sehr verändert haben. So erweitert Susanne Finsterer den Forschungsansatz von Spiekermann, Essen kulturell zu analysieren, um Fragen nach der Qualität des Lebensmittels Wasser und des Wassers in Lebensmitteln. Wasser selbst bedarf des Schutzes gegen Risikofaktoren wie Hormone im Grundwasser aus medizinischen Abwässern, Radioaktivität, Mängel an Abwassertechnik und Hygiene. Zu Indikatoren für Ökologie und Nachhaltigkeit zählen Fische. Ernährungs-Bildung und Fair Trade nehmen an Bedeutung zu. Auf Bleibelastung in Wildfleisch verweist Anja Sorges/NABU. Das Ökodorf ZEGG in Bad Belzig stellt Cordula Andrä vor. Nahrungsmittel im Abfall kommentiert Martin Gsell. Kaffee zu rösten statt zu verbrennen empfiehlt Michaela Kühnapfel. Dagmar Werpup erinnert an alkoholfreie Speisehäuser. Zur Entwicklungsgeschichte von Kantinen schreibt Ingeborg Siggelkow. Hartmut Salzwedel betont, wie dringlich es ist, dass Ingenieure und Sozialwissenschaftler bei der Ver- und Entsorgung von Wasser kooperieren, damit Techniken und Handlungsmuster funktional bleiben.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

Susanne Finsterer: Bio-Qualität und Nachhaltigkeit

Extract

19 Susanne Finsterer Bio-Qualität und Nachhaltigkeit 1 Einleitung 2 Essen kulturell begreifen (Spiekermann, Wirtschafts- und Sozialgeschichte) 3 Zu einer Zwischenbilanz ökologischer Lebensmittelproduktion 4 Bio-Qualität als Versprechen und Realität 5 Rein ökonomischen und rein technischen Motiven Grenzen setzen (Barlösius) 6 Exkurs 1: Tritium in der Nahrungskette (Michel, Hydrogeologie; Rühle, Physik; Höll, Trinkwasserchemie) 7 Exkurs 2: Uranverseuchter Phosphatdünger (Schnug, Knolle) 8 Bio-Produkte und Fair Trade 9 Schluss: Ernährungs-Bildung 10 Literatur / Internet Abstract 1 Einleitung Ein gutes Jahrzehnt nach Einführung des staatlichen Biosiegels in Deutschland ist die Entwicklung desselben vielschichtig zu hinterfragen. Dient es als Qualitätsmerk- mal? Als demonstrativer Ausdruck für die politische Haltung bewusster Konsumen- ten? Als Gütesiegel teurer Lebensmittel und damit Versinnbildlichung eines luxuriö- sen Lifestyles? Bezüglich seiner Ausbreitung ist das Biosiegel jedenfalls eine politische Enttäu- schung. Obwohl die bei der Entstehung angedachte Größe deutlich unterboten wird, stehen dem allerdings hohe Beliebtheitswerte gegenüber, die zumindest der Symbo- lik des Siegels recht geben. Im Jahre 2010 nahm der ökologische Landbau in Deutschland 5,9 % der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche ein. (Finsterer 2012, Bio-Siegel, S. 6) Die Autorinnen Ulrike Eberle und Mitherausgeberinnen stellen in ihrem Sammelband zur „Ernährungswende“ fest, die „heutige Ernährungssituation ist nicht nachhaltig: In Deutschland stehen wir vor allem vor dem Problem, einen an- gemessenen Umgang mit dem vorhandenen Nahrungswohlstand zu finden“ (Eberle u. a., 2006, S. 13) Sie sehen Handlungsbedarf für die Politik und „auch in Bezug...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.