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Wettbewerbsvorteil durch Innovation und Unternehmertum in angelsächsisch-liberalen und rheinischen Volkswirtschaften

Eine empirisch diskriminatorische Untersuchung von «Varianten des Kapitalismus»

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Dominik Manuel Kögel

Als Folge der Finanz- und Wirtschaftskrise ist die Frage nach der Existenz unterschiedlicher Wirtschaftsmodelle und ihrer Vor- und Nachteile aktueller denn je. Dabei ist selbst die Existenz von «Varianten des Kapitalismus» wissenschaftlich hoch umstritten. Diese Arbeit will die emotional stark aufgeladene Debatte auf Basis harter Daten und Fakten objektivieren. Mithilfe einer statistischen Methodik, die unter anderem in der Naturwissenschaft verwendet wird, um Spezies in Flora und Fauna zu unterscheiden, zeigen sich systematische Unterschiede zwischen Kapitalismusvarianten, die weit über die «klassischen» Bereiche Sozialstaat und Arbeitsmarkt hinausgehen. Sie betreffen zum Beispiel die Patentspezialisierung (das «Innovationsprofil») von Volkswirtschaften sowie die Rahmenbedingungen für Innovation und Unternehmertum und sind bedeutend genug, um komparativen institutionellen Vorteil für Volkswirtschaften und Wettbewerbsvorteil für Unternehmen zu bewirken.

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5. Innovation und Innovationsbedingungen: die volkswirtschaftliche Sicht

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5.1 Entwicklung einer Systematik zum Vergleich nationaler Innovationssysteme „The precise definition of national innovation systems remains somewhat hazy, but most of the large literature on the topic defines them as the institutions and actors that affect the creation, development and diffusion of innovations.” (Mowery/Sampat, 2005: 212) In Kapitel 3 wurde aufgezeigt, welch wichtige Rolle die Innovation für die Wirtschaft einnimmt: Sie ist einer der bedeutendsten Treiber des Wirtschaftswachstums und von zentraler Bedeutung für die Wettbewerbsfähigkeit entwickelter Industrieländer. Es wurde zudem in bisherigen Kapiteln beschrieben, dass der Zusammenhang zwischen Varianten des Kapitalismus und Innovation nur wenig erforscht ist. Die Theorie von den Varianten des Kapitalismus ist in weiten Teilen eine Theorie des Sozialstaats. Sie wurde dann zu einer Theorie zur Wettbewerbsfähigkeit bzw. zu komparativem Vorteil ausgebaut (siehe Hall/Soskice, 2001). Diese beinhaltet in Ansätzen eine Theorie zur Innovation, welche stark von Lundvall (1992) beeinflusst ist. Demnach führt ein höhe- res Maß an Kooperation in koordinierten Marktwirtschaften zu mehr inkrementeller Innovation. Dies wirkt sich positiv auf solche Branchen aus, in denen inkrementelle Innovation von größerer Bedeutung ist. In liberalen Marktwirtschaften kommt es hin- gegen aufgrund der institutionellen Rahmenbedingungen, insbesondere aufgrund eines höheren Maßes an Flexibilität, eher zu radikaler Innovation. Obwohl die Theorie an sich plausibel ist, weist sie doch den Nachteil auf, dass sie sich in erster Linie nur auf eine Komponente der Innovation stützt: die Kooperation. Dass es eine Vielzahl weite- rer Innovationsbedingungen gibt, die für unterstellte wie...

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