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Tradition und Utopie

Eine Werkschau zum 70. Geburtstag des Komponisten Wilfried Hiller

Edited By Gunter Reiß

Die jüngst einsetzende wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Werk des Komponisten Wilfried Hiller, geboren 1941, wird hier dokumentiert mit dem Blick auf die Werke der späten Schaffensjahre: Die Analysen reichen vom biografisch-historischen Kontext des Chagall-Zyklus über die zentralen Werke des Hillerschen Kindermusiktheaters ( Das Traumfresserchen, Peter Pan, Pinocchio), die Fallstricke der Nonsense-Oper Die Jagd nach dem Schlarg, die mythologischen Grundlagen des Buchs der Sterne, die Lebensballade Oswald von Wolkenstein bis zu den theologischen Fundamenten der Jesus-Oper Der Sohn des Zimmermanns. Die Verankerung des Hillerschen Œuvres in der Musik- und Kulturgeschichte von rund 2.000 Jahren und die daraus sich entfaltenden musikalischen Utopien prägen die methodologische Breite der hier versammelten interdisziplinären Beiträge. Ein autobiografischer Essay Hillers beschreibt seinen Weg zu Carl Orff.

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Andrea Grandjean-Gremminger (St. Gallen): Oswald von Wolkenstein. Eine Künstleroper

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Andrea Grandjean-Gremminger (St. Gallen) Oswald von Wolkenstein. Eine Künstleroper „Schmäh nicht meine Lieder, Bruder! Die Lieder wird’s noch geben, wenn das Geschlecht der Wolkensteiner längst versunken ist in der Zeit, versunken und vergessen!“1 Diese Worte lässt Felix Mitterer seinen Oswald von Wolkenstein zu seinem Bruder Michael und dessen Frau Katharina im 2. Bild sagen, als diese beiden ihn verächtlich als „Sänger“ verspotten. Oswald aber behielt recht. Denn er und sein Bruder Michael sind schon seit Jahrhunderten tot. Oswalds Musik aber lebt, auch nach 600 Jahren noch: die Musik als zeitloses Element, das viele Generationen überdauert. Der Autor Felix Mitterer und der Komponist Wilfried Hiller haben ein Stück über Oswald geschrieben, die Oper Oswald von Wolkenstein. Eine Lebensballa- de. Angeregt wurde sie durch den Sänger Bernd Weikl, der in der Uraufführung am 6. März 2004 im Staatstheater Nürnberg auch die Titelrolle sang. Der Text stammt von Felix Mitterer, die Musik von Wilfried Hiller, bzw. von Wilfried Hiller und Oswald von Wolkenstein, denn Hiller hat zahlreiche Lieder des mit- telalterlichen Sängers in seine Musik eingebaut. Eine Oper des 21. Jahrhunderts über einen Musiker des 15./16. Jahrhunderts also – eine Oper, die den mittelalterlichen Sänger und dessen Musik in den Mit- telpunkt stellt. Dies zeugt vom Weiterleben dieser Musik über den Tod des Sän- gers hinaus. Der historische Oswald von Wolkenstein Die zu Beginn zitierte Aussage Oswalds stammt zwar nicht als solche vom histo- rischen Oswald von Wolkenstein. Die...

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