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Zur Didaktik der satzinternen Großschreibung im Deutschen für die Sekundarstufe I

Wortartbezogene Umwege und syntaktische Katalysatoren

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Désirée-Kathrin Gaebert

Die Arbeit sieht in der Beschreibung der satzinternen Großschreibung im Deutschen als Substantivgroßschreibung ein Problem, welches sich bereits seit der Beschreibung in den Grammatiken ab dem 16. Jahrhundert zeigt und bis zu den Amtlichen Regelwerken (1901, 1996, 2006) fortbesteht. Dieses (fachwissenschaftliche) Beschreibungsproblem wird an die Didaktik weitergegeben. Die daraus resultierenden Fehlhypothesen der Lernenden führen zu Normverstößen, die keine linguistischen Problemfälle sind, sondern im Zentrum der satzinternen Großschreibung liegen. Daher stellt sich die Frage, inwieweit eine andere Beschreibung der satzinternen Großschreibung zu einer höheren Rechtschreibsicherheit von Lernenden führen kann. Die gegenwärtige syntaktische Beschreibung wird diesbezüglich überprüft. Hierbei zeigt sich, dass trotz der herausgestellten Forschungsdesiderata ein didaktischer Weg vorliegt, der den Kernbereich der satzinternen Großschreibung im Deutschen umfassend abdeckt.

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3. Erprobung des syntaxorientierten Konzepts bei ‚Umlerner/innen‘ in der Sekundarstufe I

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3.1 Zielsetzung Die bisherigen Konzepte für eine syntaktische Unterrichtung der satzinternen Großschreibung in der Grundschule (Röber-Siekmeyer 1999, Günther/Nünke 2005) sind durch Noack (2006) und Müller (2010) für den weiterführenden Ortho- graphieunterricht weiterentwickelt worden, allerdings umfassen diese Vorschläge bisher nur Arbeitsmaterialien für jeweils eine Unterrichtseinheit; eine Einbettung in ein Gesamtcurriculum sowie empirische Studien zum Lernerfolg durch eine syn- taktische Unterrichtung stehen noch aus. In Form einer eigenen Interventionsstudie wurde die Frage, ob eine syntaktische Unterrichtung zu einem späteren Zeitpunkt im Lernprozess die belegten Rechtschreibprobleme in diesem Lernbereich (s. Kap. 2.1) maßgeblich behebt, evaluiert. Die dieser Intervention zu Grund liegende Hypothese lautet, dass die syntaktische Unterrichtung zu mehr Richtig- schreibungen der Probanden in Bezug auf die satzinterne Großschreibung führt.119 Zur Überprüfung der Hypothese ist eine Adaption der vorliegenden syn- taktischen Konzepte für Umlerner/innen erarbeitet worden. Der Lernfortschritt der Probanden (insg. 29 Schüler/innen) gegenüber einer Vergleichsgruppe (24 Schü- ler/innen) wurde vor und nach der Intervention durch zwei Tests erhoben. Für diese Untersuchung wurde die Erprobungsstufe der Sekundarstufe I (= 5. + 6. Jahrgangsstufe) ausgewählt, da hier das in der Grundschule erworbene Wissen gefestigt, Unterschiede aufgearbeitet und eine gemeinsame Weiterarbeit ermöglicht werden sollen (vgl. Lehrplan Realschule 21999a, 74; Lehrplan Ge- samtschule 1998, 56)120. In Bezug auf den Bereich Rechtschreiben sollen laut Lehrplan hierfür „individuelle Schwierigkeiten festgestellt und gezielte und individuelle Hilfen angeboten werden“ (Lehrplan Realschule 21999a, 74). Damit eignet sich die...

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