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Öffentlichkeit und Demokratie in der Metamorphose

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Edited By Peter Nitschke and Mirko Wischke

Demokratie kann ohne die Herstellung von Öffentlichkeit nicht existieren. Politische Partizipation und eine möglichst transparente Kommunikation im öffentlichen Raum bedingen sich wechselseitig. Beide Prinzipien stehen in der Gegenwart einer sich rasant globalisierenden Welt unter enormen Veränderungsdruck. Staat, Nation und die Identität von Gesellschaften hängen davon ab, wie sich Öffentlichkeit in demokratischen Foren ausgestalten lässt. Empirisch wie theoretisch wird in diesem Band anhand der Theorien von Jürgen Habermas und Hannah Arendt sowie am Beispiel der Vorgänge in der Ukraine rund um die Orangene Revolution und der Konstellation in Polen verdeutlicht, wie sehr das Prinzip von Öffentlichkeit in eine vielleicht grundlegende Metamorphose gerät, was zu gravierenden Veränderungen im Zuschnitt des demokratischen Modells führt.

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Reformation und Revolution: Die fließenden Veränderungen in modernen Gesellschaften - Peter Nitschke

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Reformation und Revolution: Die fließenden Veränderungen in modernen Gesellschaften Peter Nitschke I. Das Signum der Moderne: Die Revolution Die Moderne ist gekennzeichnet durch eine Pluralität der Lebensformen, der Ausdifferenzierung von Gesellschaften aufgrund einer steigenden Indi- vidualisierung. Ökonomisch ist es die Marktgesellschaft und politisch die demokratische Ordnung, die das Konzept der Moderne ausmachen. So könnte man klassischerweise sagen. Nach Hannah Arendt ist jedoch ein anderes Phänomen vorrangig das Kennzeichen der Moderne – und zwar die Revolution.1 Für Arendt ist das „eigentliche Wesen von Politik“ dadurch bestimmt, „die Sache der Freiheit gegen das Unheil der Zwangsherrschaft jeglicher Art“ zu formulieren.2 Mit dieser Feststellung hat sie sich allerdings nur auf einen ganz bestimmten Politikbegriff, man könnte sagen, den Kanti- schen hin festgelegt. Politik ist mehr als nur die Sache der Freiheit – Und wenn schon so einseitig, dann welche Freiheit? Die des Einzelnen oder die des Ganzen?3 Natürlich versteht Arendt dies als demokratisches Pro- fil, aber auch die demokratische Politik kommt nicht ohne Macht und auch nicht ohne Gewalt aus. Wenn Arendt in der Gewaltfrage nur eine ultima ratio für die Politik sieht, ja sogar eine gewaltorientierte Lehre nicht mehr als eine politische, „sondern eine im Wesen antipolitische Theorie“ versteht,4 dann ist dies hermeneutisch zu kurz gegriffen. Gewalt manifestiert und generiert Politik, lässt sich als Gegenthese formulieren 1 Darin im Übrigen mit Tocqueville einig, der neben dem Prozess der Demokratisierung vor allem auf die Revolutionen abgehoben hat, welche die Moderne entscheidend prägen....

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