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Dopingregeln im Pferdesport

Unter besonderer Berücksichtigung des World Anti-Doping Code

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Julia Dallmeier

Im Vergleich zum Humansport ist der tierische Athlet im Reitsport als gleichberechtigter Sportpartner den künstlichen Leistungssteigerungen ohne Mitspracherecht ausgesetzt. In Anbetracht der erheblichen Zunahme von Dopingfällen im nationalen und internationalen Reitsport mussten sich die Pferdesportverbände unter Berücksichtigung des World-Anti-Doping Codes materiell- und verfahrensrechtlich neu positionieren. Ziel dieser Arbeit ist es zu beleuchten, inwieweit die Regeln des WADA- und NADA-Codes, die in erster Linie für den Humansport konzipiert wurden und für den Pferdeport nur rudimentäre Regelungen enthalten, durch den nationalen und internationalen Pferdesportverband unter Beachtung des jeweils geltenden Rechts umsetzbar sind und inwieweit langen sowie kostenintensiven Dopingverfahren vor den staatlichen Gerichten zugunsten der Sportgerichtsbarkeit ein Ende gesetzt werden kann. Vor diesem Hintergrund gilt es einen internationalen Entscheidungseinklang in der sportrechtlichen Anti-Doping Rechtsprechung mithilfe der Sportschiedsgerichtsbarkeit weiter zu fordern und zu fördern.

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Annex I: Dopingdefinition des WADA-Codes (2009) Artikel 1: Definition des Begriffs Doping Doping wird definiert als das Vorliegen eines oder mehrerer der nachfol- gend in Artikel 2.1 bis Artikel 2.8 festgelegten Verstöße gegen Anti-Doping- bestimmungen. Artikel 2: Verstöße gegen Anti-Dopingbestimmungen 2.1 Vorhandensein eines verbotenen Wirkstoffs, seiner Metaboliten oder Marker in der Probe eines Athleten. Dabei wird ausdrücklich bestimmt, dass der Athlet die Pflicht hat, dafür zu sor- gen, dass keine verbotenen Wirkstoffe in seinen Körper gelangen und er deshalb die Verantwortung trägt, wenn solche Stoffe oder deren Metaboliten bzw. Mar- ker in seinem Köper gefunden werden; für die Begründung eines Regelverstoßes ist es ferner nicht erforderlich, dass ihm ein schuldhafter Verstoß nachgewiesen wird. 2.2 Anwendung oder der Versuch der Anwendung eines verbotenen Wirk- stoffs oder einer verbotenen Methode seitens eines Athleten. Angeknüpft wird zunächst an die Verantwortung im Sinne des Art. 2.1.1. WADC. Ferner ist nicht entscheidend, ob die Anwendung tatsächlich leistungs- steigernd wirkte; vielmehr reicht es aus, dass der verbotene Wirkstoff bzw. die verbotene Methode angewandt wurde, um einen Verstoß gegen die Anti-Doping- bestimmungen zu begehen. 2.3 Die Weigerung oder das Unterlassen ohne zwingenden Grund, sich einer angekündigten Probenahme zu unterziehen, die gemäß anwendbaren Anti- Dopingbestimmungen zulässig ist, oder ein anderweitiger Versuch, sich der Probenahme zu entziehen. 240 2.4 Der Verstoß gegen anwendbare Vorschriften über die Verfügbarkeit des Athleten für Trainingskontrollen (Kontrollen außerhalb des Wettkampfs), einschließlich der Pflicht zur Angabe...

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