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Herodots Wege des Erzählens

Logos und Topos in den "Historien</I>

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Edited By Klaus Geus, Elizabeth Irwin and Thomas Poiss

Der griechische Geschichtsschreiber Herodot (5. Jh. v. Chr.) hat sich in den letzten Jahrzehnten aus einem Protohistoriker, der «zahllose Lügengeschichten» erzählt (so noch Ciceros Diktum), über einen geachteten, doch etwas naiven Vorläufer des Thukydides zu einem der wichtigsten antiken Autoren überhaupt entwickelt. Er genießt daher zu Recht die Aufmerksamkeit von Forschern aus den unterschiedlichsten Disziplinen. Trotzdem sind viele Aspekte der Herodot-Forschung umstritten, und von einer verbindlichen Sichtweise über den pater historiae, den «Vater der Geschichtsschreibung», scheint man weiter entfernt als jemals zuvor. Dieser Sammelband bildet das weite Spektrum moderner Perspektiven auf Herodot ab, ohne sich einer einzigen Forschungstendenz als Dogma zu verschreiben.

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Elizabeth Irwin - The Significance of Talthybius’ Wrath (Hdt. 7.133–7)

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223 Elizabeth Irwin The Significance of Talthybius’ Wrath (Hdt. 7.133–7) Zusammenfassung Der vorliegende Beitrag untersucht das Verhältnis zwischen Herodots Werk und der griechischen Geschichte am Ende des 5. Jh. v. Chr., insbesondere das Verhält- nis zwischen seiner Beschreibung zu alternativen Darstellungen derselben Ereignis- se, insbesondere bei Thukydides. Als Fallbeispiel wird das letzte historische Ereig- nis herangezogen, auf das Herodot anspielt, die Ermordung spartanischer Gesand- ter durch Athener im Jahre 430 v. Chr., die berühmte Stelle vom „Zorn des Talthy- bios“. Ich möchte zeigen, dass die Details dieses bemerkenswerten logos eine syste- matische Dekonstruktion der perikleischen Ideologie in der Leichenrede darstellen – eine Rede, die in Athen nur wenige Monate vor dem Mord gehalten, sicherlich topische Züge hatte. Dabei werde ich den Nachweis führen, dass Herodots logos da- zu diente, die Situation in Athen im Jahre 430 v. Chr. plastisch herauszuarbeiten: das Spannungsfeld zwischen der Perikles-Rede und den Umständen, in der er und die Athener sich fanden, als sie Krieg und Pest über sich selbst gebracht hatten – ein klassischer Fall von logos vs. erga. Der Beitrag wirft die überaus bedeutsame Fra- ge auf, ob Herodots logos nur auf die perikleische Ideologie in dessen Leichenrede gemünzt ist oder vielleicht sogar auf die Fassung seines jüngeren Historikerkolle- gens anspielt. Abstract This article investigates the relationship between Herodotus’ work and Greek histo- ry of the late fifth century, and in particular its relationship to alternative depictions of those events as for instance is represented by...

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