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Die Strafbarkeit der Erforschung des menschlichen Embryos durch Klontechniken

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Chonghan Oh

Die Erforschung des durch Klontechniken erzeugten menschlichen Embryos setzt die Zerstörung des Embryos voraus. Der Mensch hat Rechte und ein Recht auf Würde aufgrund seiner Existenz. Die Würde des Menschen wird nicht gewährt, weil der Mensch besondere Eigenschaften hat, sondern sie wird allen Menschen mit dem Beginn des Lebens gewährt. Daraus folgt, dass ein geklonter Embryo wie ein natürlich erzeugter Embryo ab dem Zeitpunkt der Kernverschmelzung eine Persönlichkeit hat. Daher sollte er auch als menschliches Leben geschützt werden. Wenn das menschliche Leben wegen des naturwissenschaftlichen Nutzens instrumentalisiert wird, verursacht dies eine Verletzung der Menschenwürde gemäß Art. 1 I 1 GG und des Lebensrechts gemäß Art. 2 II 1 GG in Deutschland. Aus diesem Grund sollten die meisten heutigen Biotechniken, darunter die menschliche Klonforschung, nicht nur unter dem Aspekt der Richtigkeit der Anwendung, sondern darüber hinaus auch unter dem Gesichtspunkt betrachtet werden, zu welchen Bedingungen diese Erforschung im Rahmen des ethisch Zulässigen erlaubt werden kann.

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Einleitung

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A. Problemstellung Das einundzwanzigste Jahrhundert wird „Zeitalter der Biotechnologie“ genannt. Durch die Entwicklung der modernen Biotechnologie sind neue Techniken zur Manipulation des Lebens entstanden, weshalb wir uns zurzeit mitten in einem Disput der Bioethik1 befinden. Je bedeutender und weitreichender die Forscher in der Molekularbiologie und der regenerativen Medizin Erfolge erzielen und je stärker die aus ihnen folgende gesellschaftliche Resonanz ist, desto stärker ver- schärft sich die gegenwärtige ethische Problematik. Die traditionelle Biotechnik der vormodernen Zeit, die im Bereich der Me- dizin, der Landwirtschaft, des Viehzuchtgewerbes usw. biologisch erforscht wurde, warf keine schwerwiegenden ethischen Probleme auf, weil sie das menschliche Leben und die menschliche Würde im Kern weder bedrohen noch 1 Der Begriff der Bioethik bzw. (engl.) bioethics taucht zum ersten Mal im Jahr 1971 in dem Buch „Bioethics. Bridge to the future“ des Onkologen Van Renselar Potter auf. In dem genannten Werk hat er vor dem Hintergrund der sich abzeichnenden ökologischen Krise eine neue Wissenschaft gefordert, die die menschlichen Überlebensbedingungen definieren und auf der Basis eines ganzheitlichen Verständnisses von Mensch, Welt und Wissenschaft zum Erhalt der Menschheit beitragen solle. Diese globale Überle- benswissenschaft solle eine Synthese aus Moralphilosophie und Biologie darstellen, und damit war der akademische Diskurs angestoßen (Düwell/Steigleder, Bioethik, S. 21f.). Durch diesen dynamischen Diskurs entstand als erstes Nachschlagewerk zur Bi- oethik die „Encyclopedia of Bioethics“, die 1978 von Warren Thomas Reich heraus- gegeben wurde (Braun, Menschenwürde und Biomedizin, S. 42). Im Jahr 1995 publi- zierte Reich eine stark erweiterte...

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