Show Less

Afinite Nebensatzkonstruktionen und ihre Geschichte

Series:

Katalin Janigáné-Prokai

Afinite Nebensatzkonstruktionen sind eingeleitete Nebensätze ohne jede finite Verbform. In Bezug auf das Deutsche wurden diese zwar seit dem 17. Jahrhundert in den Grammatiken und in sprachhistorischen Studien behandelt, aber nicht gründlich untersucht, so dass vor allem über die Vorkommenshäufigkeit und mögliche Typen der Weglassungen Unstimmigkeiten bestehen. Mit Hilfe einer empirisch-statistischen Untersuchung von 156 Texten verschiedener Textsorten aus dem Zeitraum 1550 bis 1800 wurden in dieser Arbeit neue Kenntnisse über die Auslassung des finiten Verbs im Nebensatz gewonnen und für die künftige Beschreibung der afiniten Nebensatzkonstruktionen in Sprachgeschichten und historischen Grammatiken Empfehlungen formuliert.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

2 Historische Beschreibungen des Phänomens

Extract

Wird die Beschreibung der afiniten Konstruktion in ihrer historischen Entwick- lung betrachtet, können dabei wesentliche Änderungen verfolgt werden. Im fol- genden Kapitel wird ein Überblick darüber gegeben, wie das Phänomen von den Anfängen der Grammatikschreibung in deutscher Sprache60, d.h. vom 17. Jahr- hundert an bis zur Gegenwart behandelt wurde. In der vorliegenden Arbeit kön- nen jedoch nicht alle Grammatiken berücksichtigt werden. Bei den im Folgen- den aufgeführten Grammatiken und Arbeiten handelt es sich vielmehr um eine begründete Auswahl ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Als entscheidendes Kriterium für die Berücksichtigung galt, dass ausschließlich Werke in Betracht gezogen werden sollten, die sich mit der Beschreibung der Weglassung der fini- ten Hilfsverben haben und sein bzw. den afiniten Nebensatzkonstruktionen be- schäftigen. 2.1 17. Jahrhundert Schon im 17. Jahrhundert hat SCHOTTELIUS in seiner Ausführlichen Arbeit Von der Teutschen Haubt Sprache darauf hingewiesen, dass „die Hülfwörter / so zu einiger vergangenen Zeit gehören / werden in Teutscher Sprache zum oftern ausgelassen / und unter dem Zeitworte gar wol verstanden. [...] Als sie mitley- dentisch verspüret / daß ihrem geliebten Vaterlande ein so grosser Mangel ange- fallen / (verspüret haben / angefallen war.)“61 Zugleich warnt er vor ihrem mas- senhaften Gebrauch, „damit die Redearten nicht undeutlich werden.“62 Nach STIELER muss nicht nur das weggelassen werden, „was zu viel und überflüßig ist, sondern auch, was eine Tunkelheit verursachet. [...] Es ist unbillig / daß die Fromme verfolget werden...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.