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Zur Geschichte der deutschen Sprache im 20. Jahrhundert

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Universität Gdansk

Diese Arbeit zeichnet die wichtigsten Aspekte für die Entwicklung des deutschen Sprachraumes und der deutschen Sprache im 20. Jahrhundert nach. An der Schwelle des 20. Jahrhunderts wurden die Rechtschreibung und die Aussprache normiert, wobei allerdings viele Fragen offen gelassen wurden. Auch mit der letzten Orthographiereform wurde die Diskussion um die Rechtschreibung nicht abgeschlossen, da manche Probleme, wie beispielsweise die Kleinschreibung der Substantive, nicht endgültig gelöst wurden. Im 20. Jahrhundert erfolgten darüber hinaus viele Veränderungen im Bereich der einzelnen Subsysteme der Sprache. Das deutschsprachige Gebiet verlor an Raum und es verschwanden die meisten deutschen Sprachinseln und die deutschen Schutzgebiete. Es war keine Erfolgszeit für die deutsche Sprache auf internationaler Ebene, wozu die Kriege, die Zeit des Nationalsozialismus und die kommunistische Zeit beitrugen. Trotzdem lernen zurzeit Millionen Menschen Deutsch als Fremdsprache.

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Das 20. Jh. war keine besonders erfolgsvolle Epoche in der Geschichte der deut- schen Sprache. Die negativen Erscheinungen lassen sich vor allem drei Berei- chen zuordnen: - das Gebiet der deutschsprachigen Länder, - die deutschen Sprachinseln und Kolonien, - die Rolle des Deutschen als internationaler Hilfssprache. Nach beiden verlorenen Weltkriegen verzeichnete Deutschland große Gebiets- verluste. Nach dem ersten Weltkrieg verlor Deutschland 72 069 km2, was etwa 13% seines Gesamtgebietes (540 858 km2) ausmachte. Der Bevölkerungsverlust von fast 6,5 Mio. Menschen (etwa 10% der Gesamtbevölkerung) betraf auch die nichtdeutsche Bevölkerung (z.B. Polen). Die bedeutendsten Gebiete, die Deutschland aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrages an andere Länder abtreten musste, waren Elsass und Lothringen (an Frankreich), das Ge- biet Eupen-Malmedy (an Belgien), Großpolen, Pommerellen, Südostpreußen sowie ein Teil von Schlesien (an Polen, in Schlesien Plebiszit), das Memelland (an Litauen), Nordschleswig an Dänemark (hier Plebiszit). Auf einem Teil des früher deutschen Gebietes wurde die Freie Stadt Danzig gebildet, die aber deutschsprachig war. Deutschösterreich (118 311 km2 mit etwa 10,4 Mio. Einwohnern) war ein kleiner Teil der Donaumonarchie (675 966, 86 km2, 51,36 Mio. Einwohner), so- gar weniger als die Hälfte von Cisleithanien (212 954 km2, 28,7 Mio. Einwoh- ner) wo nur jeder Dritte ein Österreicher/Deutscher war. Von den abgetretenen Gebieten waren eigentlich nur das Sudetenland und Südtirol deutschsprachig. Infolge dieser Gebietsverluste wurden manche deutsche Mundarten zu Sprach- halbinseln und zwar: - das Pommersche (Westpreußen) im...

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