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Josef Gieles: Studentenbriefe 1939-1942

Widerständiges Denken im Umfeld der Weißen Rose- 2., durchgesehene Auflage

Edited By Heinrich Kanz

Diese Briefsammlung enthält alle im Familienarchiv Gieles vorhandenen Briefe an die Eltern und Geschwister in Klein-Auheim aus der Münchener Studentenzeit September 1939 bis Ende 1942 (Medizinische Promotion/Staatsexamen). Sie spiegeln die innere und äußere Entwicklung eines Studenten der Medizin im Dritten Reich wider, dessen Studium parallel zu militärischer Ausbildung und dem Dienst in einer Sanitäts-/Studentenkompagnie lief. Josef Gieles gehörte zum studentischen Freundeskreis der Weißen Rose. Er war mit einigen ihrer hingerichteten Mitglieder freundschaftlich verbunden und hatte geistigen Kontakt mit ihnen.

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BRIEFE 1941

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Liebe Agnes! Zuerst wollte ich Schwesterlein schreiben, da ist mir aber eingefallen, daß Du ja schon bald erwachsen bist und würdevoll angeredet werden mußt. Ich will Dir also recht herzlich zu Deinem Namenstag morgen gratulieren. Feiere recht schön im Kreise der Familie, laß Dir, soweit es geht etwas schenken; vor allem aber denke einmal an Deine große Namenspatronin, der Du nacheifem sollst!- Wie geht es Dir eigentlich? Man hört so wenig von zu Hause. Ich selbst habe auch kaum Zeit zum Schreiben, daß man bald nur zum Laufenden kommt. Euch wird es nicht anders gehen. Die Verhältnisse sind so ungünstig, daß einem jeder Tag unter den Fingern zerfetzt ist, ohne daß man was mit anfangen konnte. Wie geht es in der Schule? Bist Du schon bald hochgelehrt und eine Meisterin in Englisch? Macht Dir die Schule noch Spaß oder nicht mehr! Wenn Du mal Zeit hast, schreibe mir mal. Tante richte bitte Grüße aus, wenn Du hinkommst. Ich hatte noch keine Zeit zum Schreiben. Für heute alles Gute, herzl. Grüße auch an die ganze Familie von Deinem Bruder Josef. München 20.1.1941 26.I.41 Liebe Eltern! Heute kam der angekündigte Koffer mit der Bahn. Vielen Dank dafür. Besonders für die Äpfel, die mir große Dienste leisteten. Ich lag nämlich 2 Tage im Bett, hatte Grippe mit allem, was dazu gehört. Ich sehnte mich lebhaft nach etwas Frischem, es gibt aber nur Leitungswasser und so...

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