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Das Notationssystem von Heinz Matyssek

Die Realität seiner Anwendung und sein generatives Potenzial beim Konsekutivdolmetschen

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Lucyna Krenz-Brzozowska

In der Arbeit wurden universale Notationsgrundregeln festgelegt, mit denen Dolmetscher den Kern ihrer individuellen Notationssysteme bilden können. Es sind Matysseksche Notationsregeln mit einem so hohen generativen Potenzial, dass sie von den meisten Dolmetschern bei der Notizennahme angewendet werden. Das von Jerzy Żmudzki entwickelte KSD-Modell wurde um die Phase Speicherung ergänzt, die aus zwei parallel verlaufenden Subphasen Memorisierung und Notizennahme besteht, wobei deren Platzierung von der Notationssprache im jeweiligen Moment abhängt. Darüber hinaus wurden die Merkmale der Textsorte Notationstext bestimmt, wobei dieser immer an den AS- und ZS-Text gebundene Text als Subtext zu diesen Texten zu betrachten ist. Die Arbeit liefert auch einen Beitrag zur Diskussion um die Notationssprache(n).

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7 Einbettung der Notizennahme in das KSD-Modell von Żmudzki

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Zmudzki (11995:13, 33) bezog sich bei der Konzipierung seines KSD-Modells auf das KSD in Translationssituationen wie Gespräche, Verhandlungen und Se­ minare in bilateralen institutionellen Kommunikationssituationen im interkulturel­ len Raum, für die verhältnismäßig kurze AT-Sequenzen charakteristisch sind, die in die ZS simulativ transferiert werden.64 Die Speicherung verläuft in diesen Situ­ ationen lediglich kognitiv im KZG des Dolmetschers, wodurch die Notizennahme als Hilfsmittel zur Gedächtnisstütze entbehrlich ist und nicht vorgenommen wird. Deswegen bleibt in seinem KSD-Modell im Gegensatz zu den Modellen von Ma­ tyssek (1989) und von Min’jar-Beloruchev (1980) die Frage der Notation, ihrer Rolle für den Dolmetscher und für den Verlauf des gesamten KSD-Vorgangs, ih­ res Zeitpunktes und ihres Umfangs unberücksichtigt. In seinen neueren Beiträgen geht Zmudzki (2005b, 2006, 2008a, 2008b) auf die Problematik der Notation kurz ein. Wie andere Autoren ist er der Ansicht, dass die Notizen eine Gedächtnisstütze des Konsekutivdolmetschers darstellen, und die Notizennahme, auch wenn sie ein wichtiges Hilfsmittel für die Memorie- rungsprozesse ist, die entsprechende gedächtnismäßige Verarbeitung nicht erset­ zen kann (Zmudzki 2005b:2513). Neu an seinem Ansatz ist, dass er die Notizennahme als eine intendierte oder wegen der AT-Länge notwendige Substrategie ausweist, die als .mnemotechnisch motivierte Subtranslation zu deuten ist’ (Zmudzki 2006:54, 2008b:340). Sie ist mnemotechnisch motiviert, weil sie auf die Generierung von Notizen abzielt, die den Dolmetscher bei der Speicherung von Ergebnissen der AT-Rezeption entlas­ ten sollen. Als Subtranslation ist sie nach Zmudzki (2006:54,...

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