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Das Notationssystem von Heinz Matyssek

Die Realität seiner Anwendung und sein generatives Potenzial beim Konsekutivdolmetschen

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Lucyna Krenz-Brzozowska

In der Arbeit wurden universale Notationsgrundregeln festgelegt, mit denen Dolmetscher den Kern ihrer individuellen Notationssysteme bilden können. Es sind Matysseksche Notationsregeln mit einem so hohen generativen Potenzial, dass sie von den meisten Dolmetschern bei der Notizennahme angewendet werden. Das von Jerzy Żmudzki entwickelte KSD-Modell wurde um die Phase Speicherung ergänzt, die aus zwei parallel verlaufenden Subphasen Memorisierung und Notizennahme besteht, wobei deren Platzierung von der Notationssprache im jeweiligen Moment abhängt. Darüber hinaus wurden die Merkmale der Textsorte Notationstext bestimmt, wobei dieser immer an den AS- und ZS-Text gebundene Text als Subtext zu diesen Texten zu betrachten ist. Die Arbeit liefert auch einen Beitrag zur Diskussion um die Notationssprache(n).

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8 Das Notationssystem von Heinz Matyssek

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Bei der Erarbeitung seines NS ist Matyssek (1989:VII, 28) von der Kritik der be­ reits in der Fachliteratur dargestellten NS von Herbert und Rozan ausgegangen und hat aus diesen Systemen diejenigen Elemente übernommen, die er für effek­ tiv hielt, wodurch sein NS zum Teil als ihre ausgebaute Synthese betrachtet wer­ den kann (Matyssek 1989:38). Deswegen sollen in Kap. 8.1 kurz Herberts und Rozans Ansichten über die Notation sowie Matysseks Diskussion mit den beiden Notationsentwicklern dargestellt werden, umso mehr, als dass Matyssek selbst sein NS und seine Ansichten in Opposition zu Herbert und Rozan präsentiert. In einem weiteren Schritt werden die Merkmale des NS von Matyssek (Kap. 8.2) und seine Anforderungen an effektive Notizen (Kap. 8.3) dargestellt, um im An­ schluss daran im Groben auf die Matyssekschen NR (Kap. 8.4), NZ und Zeichen­ bildungsregeln (Kap. 8.5) einzugehen. Auf die einzelnen NR und die wichtigsten NZ detailliert eingegangen wird im Kap. 12. 8.1 Matysseks Auseinandersetzung mit Herbert und Rozan Die von Herbert und Rozan entwickelten NS unterscheiden sich voneinander durch Komplexität, Umfang und Detailliertheit, Anzahl von Regeln, Anwendung von Symbolen und Wortkürzungen, usw. Sie weisen jedoch auch Gemeinsamkei­ ten auf, genauso wie die Ansichten ihrer Entwickler über Grundfragen der Notati­ on. Beide Autoren sehen die Hauptfunktion der Notizen vor allem in der Unter­ stützung des Gedächtnisses (Herbert 1952:34, Rozan 1956:27).70 Beide gehen auf die Notationssprache (Herbert 1952:36-37, Rozan 1956:15) und die Größe des Dolmetschblocks (Herbert 1952:37, Rozan...

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