Show Less

Reformation und Humanismus

Philipp Melanchthon und Johannes Calvin

Series:

Wilhelm Schwendemann

Warum soll man sich mit Philipp Melanchthon und Johannes Calvin außerhalb von jährlichen Erinnerungsfeiern beschäftigen? Beide Theologen waren umfassend humanistisch gebildet und sind über den Weg der Sprache auf biblische Texte gestoßen und haben so die Reformationen in Wittenberg und in Genf wesentlich befördert. Ohne den Hintergrund humanistisch-philologischer Ausbildung wären sie theologisch nicht kompetent gewesen und hätten die Tiefenstruktur der biblischen Texte nicht aufnehmen können. Die politischen und sozialen Herausforderungen waren für beide Reformatoren sehr verschieden, wobei jedoch der humanistische Bildungsgrund so etwas wie eine Sensibilisierung für Vielfalt entstehen ließ. Die theologisch-reformatorischen Modelle sind insofern bedenkenswert und faszinierend, weil sie auf die Grundfragen christlicher Existenz, Bildung und Erziehung, christlicher Praxis und Ethik antworten.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

Die Weisheit wird aus der menschlichen Gesellschaft vertrieben,Gewalt regiert die Welt − Eine kleine Bildungsreise und Reminiszenz an Philipp Melanchthon

Extract

Die Weisheit wird aus der menschlichen Gesellschaft vertrieben, Gewalt regiert die Welt1 − Eine kleine Bildungsreise und Reminiszenz an Philipp Melanchthon Einleitung „Die Weisheit wird aus der menschlichen Gesellschaft vertrieben, Gewalt regiert die Welt“ − dieser Satz aus der Rede zu Ehren der neuen Schule (1526) könnte auch knapp 500 Jahre nach Melanchthons Eröffnung der Lateinschule in Nürn- berg gut auch als Überschrift für die Gegenwart passen. Geht es dem Reformator doch um grundlegende Einsichten in Lernen und Bildung. Eine Internetrecherche zum Themen Bildungskatastrophe/Bildungsnotstand ergab 2410 Einträge, wenn man das Suchspektrum um einige ähnliche Begriffe erweitert, kommen hundert- tausende Einträge dazu und es wird deutlich, dass das Thema Bildung ein Schlüs- selthema unserer Zeit ist. Das beginnt bereits im Kindergarten, der in den neuen Konzepten längst zum Bildungsunternehmen der frühen Kindheit geworden ist.2 1 Oratio in laudem novae scholae 1526/Nürnberg, in: Garin, Eugenio (1967): Geschichte und DoO- ratio in laudem novae scholae 1526/Nürnberg, in: Garin, Eugenio (1967): Geschichte und Doku- mente der abendländischen Pädagogik, Band III: Von der Reformation bis John Locke, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, S. 169−138. Wiederabdruck bei Schwab, Hans-Rüdiger (1997): Philipp Melanchthon: Der Lehrer Deutschlands. Ein biographisches Lesebuch, München: dtv, S. 108−117. 2 Eine Definition für Kindergarten: „ halb- oder ganztägige Kindertageseinrichtung zur Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern ab dem dritten Lebensjahr bis zum Beginn der Schul- pflicht. Zu den Hauptaufgaben eines Kindergartens gehört es, die Kinder in ihrer...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.