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Elektromobilität: Soziologische Perspektiven einer automobilen (R)Evolution

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Thomas Meyer

Der automobile (R)Evolutionsprozess Elektromobilität führt bereits heute in weiten Teilen der Automobilindustrie zu enormen Innovationsanstrengungen und zu zahlreichen inner- und außerbetrieblichen Reorganisationsprozessen. Der Autor untersucht am Beispiel eines großen deutschen Automobilherstellers anhand zahlreicher Experteninterviews, welche sozialen, industriellen und organisationalen Wandlungsprozesse stattfinden. Es zeigt sich, dass die Elektromobilität zu deutlichen Veränderungen bei der Qualifizierung von Mitarbeitern, bei der Integration von externen Akteuren sowie in der Arbeitsorganisation von Automobilherstellern führt.

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2 Empirische Untersuchungsmethode

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Die Aktualität und die Dynamik der Untersuchungsthematik – die mehrdimensi- onalen industrie- und organisationssoziologischen Implikationen der Elektromo- bilität auf die Automobilhersteller sind noch nahezu unbekannt – lassen der an- gewandten empirischen Methode eine besondere Bedeutung zukommen. Um den Unsicherheiten und Unwägbarkeiten, die mit der Elektromobilität verbun- den sind, gerecht zu werden, müssen auch die empirischen Methoden entspre- chend angepasst werden (2.1.) – ohne dabei die Gütekriterien wissenschaftlichen Arbeitens zu vergessen (2.3.). Springer (1999) beschreibt es metaphorisch- plakativ: „Der Zug ist häufig schon abgefahren, wenn die Industrie- und Organi- sationssoziologen an den Bahnhof kommen“ (1999, S.39). Um dies zu vermei- den, wurde für diese Arbeit eine qualitative Untersuchungsmethode angewandt, da diese sich besonders dann eignet, wenn noch keine expliziten Hypothesen bestehen, die z.B. mittels einer standardisierten Befragung getestet werden kön- nen (vgl. Bromberg, 2010, S.144). Bei der Arbeit handelt es sich um eine Einzelfallstudie, da die Auswirkun- gen der Elektromobilität lediglich beim Automobilhersteller Audi untersucht wurden. Methodologisch lässt sich dies dadurch begründen, dass sich Fallstu- dien erstens dann besonders eignen, wenn die „Exploration“ (Behnke/Baur/ Behnke, 2006, S.75) einer neuen Thematik im Vordergrund steht und zweitens eine „Isolation des untersuchten Phänomens aus seinem natürlichen Kontext“ (ebd., 2006, S.74) ausgeschlossen ist. Die konkrete empirische Untersuchung dieser automobilen Entwicklung ergibt nur Sinn und lässt nur dann gesicherte Erkenntnisse zu, wenn Experten aus der betrieblichen Praxis einbezogen werden – „gerade im praktischen Tun kann auch eine wichtige Quelle soziologischer Erkenntnis liegen“ (Springer, 1999, S.51)...

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