Show Less

Elektromobilität: Soziologische Perspektiven einer automobilen (R)Evolution

Series:

Thomas Meyer

Der automobile (R)Evolutionsprozess Elektromobilität führt bereits heute in weiten Teilen der Automobilindustrie zu enormen Innovationsanstrengungen und zu zahlreichen inner- und außerbetrieblichen Reorganisationsprozessen. Der Autor untersucht am Beispiel eines großen deutschen Automobilherstellers anhand zahlreicher Experteninterviews, welche sozialen, industriellen und organisationalen Wandlungsprozesse stattfinden. Es zeigt sich, dass die Elektromobilität zu deutlichen Veränderungen bei der Qualifizierung von Mitarbeitern, bei der Integration von externen Akteuren sowie in der Arbeitsorganisation von Automobilherstellern führt.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

3 Theoretischer Bezugsrahmen

Extract

Die theoretische Verortung der Veränderungsdynamiken und Unwägbarkeiten, die mit dem automobilen (R)Evolutionsprozesse Elektromobilität einhergehen, verlangt einen konzeptionellen Bezugsrahmen, der Automobilhersteller weder als vollständig autonome, umweltunabhängige Akteure noch als vollständig de- terminierte, umweltabhängige Akteure erachtet. Die strukturelle Perspektive (3.1.) zeigt einen theoretischen Zugang auf, der dies ermöglicht. Anschließend wird eine Typologie von automobilen Produkti- onsmodellen dargestellt (3.2.), die typische Bestandsvoraussetzungen und Re- gelsysteme herausgreift. Ziel der Typologie ist es, die Unterschiede dieser in- dustriellen Organisationsmodelle zu beleuchten und ihre Herausbildung in spezi- fischen Unternehmenskontexten zu verstehen. 3.1 Strukturelle Perspektiven Das Heranziehen eines meist starren konzeptionell-theoretischen Bezugsrah- mens für ein aktuelles und dynamisches Thema wie die automobile (R)Evolution Elektromobilität ist bisweilen problembehaftet. Gerade die Industrie- und Organisationssoziologie stellen jedoch Analyse- werkzeuge und Erklärungsmuster zur Verfügung, die es erlauben, ein solches Thema in seiner Mehrdimensionalität theoretisch zu fassen.12 3.1.1 Elektromobilität in Neo-Institutioneller Betrachtung Um eine theoretische „Rückkoppelung“ (Dankbaar, 1998, S.11) des automobi- len Wandlungsprozesses Elektromobilität zu ermöglichen und die „komplexen Zusammenhänge zwischen den Menschen, den Organisationen und ihrer Um- welt“ (Siebenhüter, 2005, S.62f) zu erkennen, ist es erforderlich, vom klassi- schen Organisationstheorem13 Abstand zu nehmen und verstärkt den gesamten 12 Endruweit (1981) weist im Zuge des Theorienpluralismus in der Organisationsfor- schung auf Folgendes hin: „Wenn man schon die Organisation als ‚organon‘ (griech.) der Gesellschaft betrachtet, also als ein Werkzeug, mit dem ein soziales System durch spezialisierte Funktionen bestimmte Ziele erreichen...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.