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Musiktherapie und Säuglingsforschung

Zusammenspiel. Einschätzung der Beziehungsqualität am Beispiel des instrumentalen Ausdrucks eines autistischen Kindes

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Karin Schumacher and Karin Schumacher

Diese Arbeit ist ein Beitrag praxisrelevanter Forschung und schafft neben dem neu entwickelten Evaluierungsinstrument «EBQ» (zur Einschätzung der Beziehungs qualität) die theoretische Grundlage für eine entwicklungspsychologisch orientierte Musiktherapie. Das Selbstentwicklungskonzept des Säuglingsforschers Daniel N. Stern veranschaulicht die Entwicklung der zwischenmenschlichen Beziehungsfähigkeit im ersten Lebensjahr. Autismus als tiefgreifendste Beziehungsstörung wird aus dieser Sicht betrachtet. Durch praktische Beispiele werden sowohl die Empfindungen des Therapeuten als auch das methodische Vorgehen erläutert. Der instrumentale Ausdruck eines autistischen Kindes wird mit Hilfe des Evaluierungsinstrumentes «EBQ» analysiert. Zwei Lehrfilme, die bei der Autorin erhältlich sind, veranschaulichen diese Arbeit. Fragen zur Videographie von Therapien werden ausführlich behandelt. Notation und Transkription der Improvisationen, die ein Musiker vornahm, zeigen, wie sich Beziehungsqualität abbildet.

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Vorwort

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Sonare - resonare - persona re Zusammenspiel ist notwendig, um Entwicklung zu ennöglichen. Der Säugling lernt sich als Person kennen, indem er Resonanz erfahrt; eine Erfahrung, die im Zusammenspiel mit seiner Mutter, seinem Vater und all den anderen ihn betreu­ enden Menschen erlebt wird. Kann er aber Resonanz nicht wahrnehmen oder hat er zuwenig Resonanz erfahren, leidet er an "Klanglosigkeit". Es entsteht ei­ ne Aura von Einsamkeit, die zu keinem Zusammenspiel auffordert. Der erste Dialog des Menschen mit der Welt kann als eine Art musikalischen Zusammen­ spiels betrachtet werden und konstituiert die Fähigkeit zweier Menschen, in Be­ ziehung zu treten. Die Qualität dieser zwischenmenschlichen Beziehung läßt sich u.a. durch die Analyse des Umgangs mit der "musikalischen Sprache" er­ fassen. Als praktizierende und lehrende Musiktherapeutin habe ich das Ziel und die Chance, Erkenntnisse, die sich aus der Forschungstätigkeit ergeben, unmittelbar in die Arbeit mit dem Patienten umzusetzen und an den Studierenden und Inter­ essierten weiterzugeben. Diese Arbeit ist ein Beitrag zur praxisrelevanten For­ schung und versucht, neben einem neu entwickelten Evaluierungsinstrument, eine theoretische Grundlage fiir eine entwicklungspsychologisch orientierte Mu­ siktherapie zu schaffen. Fragen der Indikation und Diagnose sowie des methodi­ schen Vorgehens in der Musiktherapie bei früh- und damit selbstgestörten Men­ schen werden behandelt. Als theoretische Basis wird im 1 . Teil der Arbeit das Selbstentwicklungskon­ zept des Säuglingsforschers und Psychoanalytikers Daniel N. Stern vorgestellt. Die psychoanalytisch orientierte Entwicklungspsychologie und besonders die neuesten Erkenntnisse der Säuglingsforschung zeigen, daß körperliche, seeli­ sche...

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