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Fremde Elemente in Wortbildungen des Deutschen

Zu Hybridbildungen in der deutschen Gegenwartssprache am Beispiel einer raumgebundenen Untersuchung in der Universitäts- und Hansestadt Greifswald

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Anna Dargiewicz

Das Ziel dieser Studie ist die Erforschung des Phänomens der Hybridbildungen in der deutschen Gegenwartssprache. Die anhand des selbstständig erstellten Modells durchgeführte Analyse weist auf die Vielfalt der hybriden Wortbildungen im Gegenwartsdeutschen hin und bestätigt, dass der Anteil fremder Wortbildungselemente an den Wortbildungen des Deutschen eine offenkundige und unbestreitbare Tatsache ist. Die Vielfalt der fremd-indigenen und indigen-fremden Wortkonstellationen, die im Rahmen der Hybridbildung im Deutschen entstehen, sowie der in den Prozess der Wortbildung einbezogenen, aus unterschiedlichen Sprachen stammenden Einheiten bietet eine stichhaltige Grundlage dafür behaupten zu können, dass der Aufbau der Hybridbildungen eine erhöhte Flexibilität und Kreativität im Umgang mit dem exogenen Sprachmaterial zeigt. Das in der deutschen Gegenwartssprache präsente Hybridbildungsphänomen wird am Beispiel einer sich auf die Ansätze der Linguistic-landscape-Forschung stützenden raumgebundenen Untersuchung in der Universitäts- und Hansestadt Greifswald expliziert.

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7 Zum Untersuchungskorpus. Auswertung der Untersuchungsergebnisse

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7.1 Gegenstand der Untersuchung und Zielsetzung „Die Wortbildung ist der kreativste Bereich einer tagtäglich verwendeten Spra- che. Sprecher schaffen auf diese Weise unzählige neue Wörter, von denen viele nur dem einen, momentanen kommunikativen Zweck dienen und danach nie wieder verwendet werden“ (Lemnitzer/Zinsmeister 2006: 130). Schon in Kapitel 4 der vorliegenden Studie habe ich darauf verwiesen, dass viele Korpusbelege, d.h. Hybridbildungen, Gelegenheitsbildungen sind, die einem bestimmten kom- munikativen Ziel dienen, und die danach wieder aus dem Sprachgebrauch ver- schwinden. Viele Hybridbildungen werden aber sehr oft verwendet, und somit gehen sie in den allgemeinen Sprachgebrauch als Neologismen über und werden in den Wörterbüchern lemmatisiert. Das Ziel der Wortbildungsforschung als lin- guistischer Disziplin und somit dieser Studie, die als ein Beitrag zur Erforschung der deutschen Wortbildung betrachtet werden will, ist es „die Regeln und Be- schränkungen zu formulieren, denen die freie Kombination dieser Bausteine un- terliegt, und die Merkmale der aus der Kombination der Bausteine entstehenden Wortbildungsprodukte zu beschreiben“ (ebenda). Deswegen stützt sich diese Studie auf empirisch gewonnene Sprachdaten, die oft mit dem Kontext veran- schaulicht werden, denn viele Wortbildungsprodukte können erst mithilfe des Kontextes, in dem sie auftreten, verstanden und interpretiert werden. Gerade das eigene empirisch gewonnene Korpus gibt die Möglichkeit, unter anderen Wort- bildungen auch die nicht in den Wörterbüchern verzeichneten, im Bedarfsfall kontextuell gesteuerten Hybridbildungen zu erforschen, was „einen wichtigen Prüfstein für theoretische Annahmen zu Regeln, Regularitäten und Beschrän- kungen in der Wortbildung“ bildet (ebenda:...

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