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Die Rolle der EU-Außenpolitik im Kosovo (1989-2010)

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Faruk Ajeti and Resmije Kurbogaj

Der Kosovo ist das letzte Land, das nach dem Zerfall Jugoslawiens unabhängig geworden ist. Im Vergleich zu den anderen jugoslawischen Republiken dauerte der Prozess der Unabhängigkeit des Kosovo länger. Seit Ende der 1990er Jahre war die EU politisch und wirtschaftlich immer stärker präsent in der Balkanregion. Zu Beginn, in der so genannten Phase der Passivität von 1989 bis 1995 sowie in den ersten beiden Jahren nach Unterzeichnung des Dayton-Vertrages, fehlte der EU die Dynamik und Bereitschaft, sich mit der Kosovo-Frage auseinanderzusetzen. Die dritte Phase von 1998 bis 1999 war charakterisiert durch ein zunehmend aktives Engagement der EU in Kooperation mit den anderen internationalen Akteuren. Die vierte Phase von 1999 bis 2010 war gekennzeichnet durch die Übernahme der Verantwortung für den wirtschaftlichen Aufbauprozess und durch eine Initiative Rolle für die Erlangung der Unabhängigkeit des kosovarischen Staates.

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II. Die Evolution der europäischen Außenpolitik

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Die Einheit Europas war ein Traum weniger, wurde eine Hoffnung für viele und ist heute Notwendigkeit für alle. Konrad Adenauer 1954. 2.1. Erste Bemühungen um eine gemeinsame europäische Außenpolitik Die Gründung der EU war ein langer und schwieriger Prozess in der europäi- schen Geschichte. Die Idee einer politischen Einigung Europas ist keine neue. Derartige Konzepte gab es in verschiedenen Zeiten, insbesondere nach zerstöre- rischen Kriegen, welche von verschiedenen Autoren, Schriftstellern, Philoso- phen und Politikern thematisiert wurden. Mit ihren Ideen wurde die Geschichte Europas verändert, z. B. durch die Vorschläge und Gedanken von Pierre Dubois (1255-1321), Dante Alighieri (1265-1321), Hugo Grotius (1583-1645), Maximi- lien de Béthune (1560-1641), Herzog von Sully (1583-1645), Abbé Castel de Saint-Pierre (1658-1743), Jean-Jacques Rousseau (1712-1778), Immanuel Kant (1724-1804), Victor Hugo (1802-1885) und Winston Churchill (1874-1965) (vgl. Pfetsch 2005: 16-18; Pollak/Slominski 2006: 17-18). Die obengenannten Ideen haben den Prozess der europäischen Integration angeregt und nicht zuletzt auch zur Herausbildung einer Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik der EU beigetragen. Die GASP ist somit nicht eine neue Erfindung, welche plötzlich an dem Tag geboren wurde, an dem der Maastrich- ter Vertrag in Kraft trat. Im Gegenteil, die GASP folgte einer langen geschichtli- chen Entwicklung (vgl. Helmke 2000: 25). 2.2. Vertrag der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl Die Bemühungen, eine Kooperation zwischen den europäischen Staaten zu er- reichen, führte zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS)...

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