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Menschenrechte aus zwei islamtheologischen Perspektiven

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Mohammad Hashim Kamali and Saffet Köse

Wie steht es um die Vereinbarkeit von Islam und Menschenrechten? Wiederholt wird eine vermeintliche Unvereinbarkeit behauptet, die u.a. auf der Annahme fußt, dass die Menschenrechte ihren genuinen Ursprung im christlich-fortschrittlichen Abendland hätten. Mit Mohammad Hashim Kamali und Saffet Köse befassen sich zwei Wissenschaftler aus verschiedenen Gegenden der islamischen Welt mit den Menschenrechten aus einer sachlich-kritischen islamischen Binnenperspektive heraus. Anhand von Koran und Sunna weisen die Autoren eine Vielzahl von Menschenrechtsaspekten nach und zeigen ein weit ausgreifendes Spektrum an Verbindungen und Kompatibilitäten mit den Menschenrechtsideen auf. Beide Autoren rekurrieren in ihren Ausführungen auf die Bestimmungen der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte und leisten somit eine komparative Betrachtungsweise von menschenrechtlichen Paradigmen und ethisch-moralischen Grundwerten des Islams.

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Die Würde des Menschen. Eine islamische Perspektive. Von Mohammad Hashim Kamali

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Die Würde des Menschen. Eine islamische Perspektive Von Mohammad Hashim Kamali1 [Bismi llāhi r-Raḥmāni r-Raḥīm] Einleitung Menschenrechte sind eine Manifestation der Menschenwürde. Beispielsweise in Verfassungserklärungen über die Rechte des Bürgers findet die Wahrung der Würde und des Wertes der menschlichen Person Ausdruck. Rechte und Freihei- ten, die der menschlichen Natur innewohnen, wie Freiheit, Gleichheit und das Recht auf persönliche Sicherheit, wie auch jene, die als Ergebnis menschlicher Anstrengung erworben werden, wie etwa Besitz, gründen allesamt in der Men- schenwürde. „Menschenrechte“, wie der Generalsekretär der Vereinten Natio- nen Kofi Annan darlegte, „bringen die Würde jedes einzelnen Menschen und die Unverletzlichkeit der Rechte des Einzelnen zur Geltung. Sie gehören ihrem We- sen nach jeder Person, jedem Individuum und werden weder von irgendeiner staatlichen Instanz verliehen noch sind sie davon abhängig.“2 Aus islamischer Perspektive ist Würde die Manifestation von Gottes Gunst gegen die Mensch- heit. Allerdings sind die Begriffe des Rechts, der Menschenrechte und der Men- schenwürde nicht gänzlich objektiv und wertfrei, da sie oftmals im Kontext einer Tradition, Öffentlichkeit und Kultur verstanden werden. Ein Konfuzianer mag Recht und Ordnung als eine Frage von „guten Sitten, Anstand und Rück- sicht auf andere“ ansehen; ein Hindu mag sie auf andere Weise verstehen; und die westliche Auffassung der Menschenrechte ist vorwiegend individualistisch, da sie individuelle Ansprüche und Vorrechte in den Mittelpunkt stellt und dabei mitunter individuelle Verantwortlichkeiten und Pflichten vernachlässigt. Die Allgemeine...

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