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Wissenstransfer durch Deutsch als Fremdsprache

Eine internationale Perspektive

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Edited By Anna Lewandowska and Matthias Ballod

Warum lernen Ausländer heute Deutsch? Mit welchen Lernbedingungen sind sie konfrontiert? Welche Standards können sie in ihrer Ausbildung und von der Ausbildung ihrer Lehrkräfte erwarten? Diesen Fragen widmet sich der vorliegende Band aus international vergleichender Perspektive. Sprachlich-kommunikative Kompetenzen sind dabei als Generalschlüssel für den Wissenstransfer zu begreifen: Sprachlicher und fachlicher Wissenstransfer sind zwei gleichrangige Anforderungen bei Zugang, Erwerb und Vermittlung von Wissen, und zwar ganz besonders in verschiedenen interkulturellen Kontexten. Die Beiträge werfen einen Blick auf Bedingungen, Formen und Probleme von DaF-Unterricht und Deutschlehrerausbildung und diskutieren Reformvorschläge. Der Band setzt die verschiedenen Spielarten des Wissenstransfers in eine Beziehung zum Deutschlernen und verankert damit das Thema Wissenstransfer als einen eigenständigen Aspekt in Deutsch als Fremdsprache.

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Textkompetenz im universitären DaF-Bereich

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Marina Foschi Albert (Pisa, Italien) 1 Einleitung Die Bezeichnung Textkompetenz entsteht aus textlinguistischer Sicht – wie Eu- genio Coserius Monographie Sprachkompetenz (1988) dokumentiert – aus dem Bedürfnis heraus, in Anlehnung an Noam Chomskys Begriff der Kompetenz (dem begrifflichen Gegenpol der Performanz)1 ein spezifisches Sprachwissen zu benennen, das den erfolgreichen kommunikativen Umgang mit Texten ermög- licht. Textkompetenz ist ein relativ üblicher Begriff im Rahmen der Sprach- erwerbsforschung und der Sprachdidaktik, insbesondere der Schreibforschung. Für den DaF-Bereich, wo eine Tendenz zur programmatischen Konfluenz der Textkompetenzförderung mit den Können-Zielen der schriftlichen kommunika- tiven Kompetenzen festgestellt werden kann, ist Textkompetenz ein diskussions- würdiger Gegenstand. In diesem Beitrag, der als Ansporn zur Diskussion ver- standen werden soll, wird die Meinung vertreten, dass es für die Konstruktion didaktischer DaF-Konzepte auf Hochschulniveau dienlich ist, einen vielschich- tigen Textkompetenzbegriff zu postulieren, der u.a. die Förderung theoretischen Wissens um die Konstitution deutschsprachiger Texte auf den verschiedenen Ebenen der Textualität vorsieht. 2 Textkompetenz aus textlinguistischer Sicht Ausgehend von der These, dass Sprache sich immer als „Sprache-in-Texten“ (Weinrich 1976) realisiert, können aus textlinguistischer Sicht Textkompetenz und allgemeine Sprachkompetenz einigermaßen identifiziert werden. Die noch produktive (Gansel/Jürgens 2002: 103ff.; Harden 2006: 154f.) und detaillierte Theorie Coserius (1988) unterscheidet zwischen Textkompetenz und allgemei- ner Sprachkompetenz dadurch, dass die erste als Teil eines dreischichtigen Mo- dells des Sprechens aufgefasst wird (Abb. 1). Demgemäß stehen der biologi- schen Sprachfähigkeit drei Ebenen der kulturellen Sprachkompetenz gegenüber, die als jeweils elokutionelles, idiomatisches und expressives Wissen...

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