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Rationalität und Demokratie

Herausgegeben vom Centro de Estudios Filosóficos José Porfirio Miranda

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Centro de Estudios Filosóficos

Rationalität und Demokratie gehört mit den bereits ins Deutsche übersetzten Werken Appell an die Vernunft und Hegel hatte recht zu den drei meistgeschätzten Philosophiebüchern des Autors . In diesem Buch versammelt Miranda die bedeutendsten Thesen seiner früheren Bücher und entwickelt darüber hinausgehend Themen wie Rationalität und Geschichte, Gesellschaft und Demokratie und, vor allem, Gerechtigkeit. Der Autor streitet in lebhafter Weise mit Philosophen wie Adorno, Hegel und Rousseau und Soziologen wie Habermas, Luhmann und Rawls über die von ihm abgehandelten Punkte. Er verwendet eine wissenschaftliche Methodik. Er verlangt Definitionen und Beweise. Dies erläutert er im letzten Kapitel mit dem Titel Wissenschaft und Gesellschaft.

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1 Rationalität und Geschichte

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Wer meint, dass der Mensch von Anbeginn an Mensch gewesen ist, das heißt, wer davon ausgeht, dass er von Natur aus Mensch ist, ist nicht in der Lage, die Geschichte und die Moderne und das, was in der gegenwärtigen Gesellschaft vorgeht, zu begreifen. Wenn er von Natur aus Mensch ist, so folgt daraus, dass in der Geschichte nichts Bedeutendes, nichts Wesentliches, nichts, was das We- sen des Menschlichen betreffen würde, geschehen sein kann oder jetzt gesche- hen kann. Viele preisen das griechische Wunder und den Beitrag der jüdisch- christlichen Kultur; dies ist jedoch eine schwache Huldigung; der Beitrag jedes beliebigen Volkes oder der Geschichte insgesamt reduziert sich auf etwas Zufäl- liges, Nebensächliches, Oberflächliches, wenn der Mensch im Wesentlichen von Anfang an und von Natur aus ein vollendeter Mensch gewesen ist. Wer so denkt, kann nicht erkennen, dass wir das Produkt dessen sind, was andere ge- macht haben, dass unser Sein selbst als Menschen etwas Ererbtes ist. Keine Bewusstwerdung ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt so dringend nötig wie diese: Rationalität ist nichts uns von Natur Gegebenes. Wir stammen von Tieren ab, natürlich ist, was wir von ihnen geerbt haben. Die rousseausche The- se vom natürlichen Gutmenschen ist bloß der philosophierende Widerhall eines Mythos: des Mythos des ursprünglichen Goldenen Zeitalters. Von Natur aus ist der Mensch nicht nur nicht gut; von Natur aus ist er nicht einmal Mensch. Na- turmensch ist ein in sich widersprüchlicher Ausdruck. Es wundert mich...

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