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Mendelssohns «Ouvertüre zum Sommernachtstraum»

Mechanismen der Rezeptionsgeschichte: Musik und Literatur in der Romantik

Jörn Rieckhoff

Die Ouvertüre zum Sommernachtstraum war die Erfolgskomposition des jungen Felix Mendelssohn Bartholdy. Mit ihrer Mischung aus Verträumtheit und jugendlichem Elan eroberte Mendelssohn die Herzen der Engländer. Zugleich war die Ouvertüre eine Visitenkarte seiner literarischen Bildung: Das zugrunde liegende Drama von William Shakespeare hatten die Romantiker zu aktueller deutscher Literatur erklärt. Durch akribische Quellensichtungen und unter Rückgriff auf historische Analysetechniken gelingt es Jörn Rieckhoff, Mendelssohns Herangehensweise an den Sommernachtstraum zu rekonstruieren. Dabei erweist sich die berühmte Komposition als Experiment, bei dem Mendelssohn poetische Strukturen aus Shakespeares Drama in kreativer Weise auf das Formmodell der Konzertouvertüre übertrug.

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Inhaltsverzeichnis

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Abkürzungen .................................................................................................... XIII Notenbeispiele, Tabellen und Übersichten ....................................................... XV I Einleitung ...................................................................................................... 1 II Mendelssohns Shakespeare-Kenntnis im Jahr 1826 ................................... 13 1. Die Entstehung der Sommernachtstraum-Ouvertüre nach Sebastian Hensels Familienbiographie ....................................................... 13 1.1 Zur Publikationsgeschichte des Schlegelschen Sommernachtstraums .......................................................................... 16 1.2 Mendelssohns Englischkenntnisse ...................................................... 20 1.3 Shakespeares Stellung in der deutschen Literaturtheorie ................... 22 1.4 Schlegels Sommernachtstraum im Kontext der 1826 verfügbaren deutschen Übersetzungen dieses Dramas ....................... 25 2. Joseph Meyers „Leben Shakspeare’s“ als Wegweiser für die Beschäftigung mit Shakespeare .................................................................. 37 2.1 August Wilhelm Schlegels Vorlesungen über dramatische Kunst und Literatur ............................................................................. 40 2.2 Kommentare zu Shakespeares Sommernachtstraum von Franz Horn, Johann Joachim Eschenburg und Ludwig Tieck ............ 49 III Rezeptionsgeschichte bis zu den 1870er-Jahren ......................................... 57 1. Die Sommernachtstraum-Ouvertüre als Erfolgsstück des jungen Mendelssohn: wichtige Aufführungen 1827-1832 ..................................... 57 1.1 Überblick zu den frühen Aufführungen .............................................. 57 1.2 Kontaktpflege als Voraussetzung für Aufführungsmöglichkeiten ..... 66 1.3 Aufführungen im Spiegel von Briefen und Presseberichten .............. 77 1.4 Bewertungen und ästhetische Einschätzungen der Musikpresse ........ 90 X2. Die Sommernachtstraum-Ouvertüre als Kristallisationspunkt der Mendelssohn-Rezeption ............................................................................. 99 2.1 Divergierende Bewertungen zu Lebzeiten Mendelssohns .................. 99 2.2 Postume Idealisierung: Mendelssohns erster Londonaufenthalt ...... 107 2.3 Konflikte um die Deutungshoheit: Die Erinnerungsliteratur der 1860er- und 1870er-Jahre ........................................................... 114 2.4 Veränderte Wahrnehmungskategorien: Friedrich Niecks’ Darstellung von Mendelssohns „contemporary critics“ ................... 127 IV Formanalyse .............................................................................................. 137 1. Methodische Vorüberlegungen ................................................................. 137 2. Die doppelte Tonika e-Moll/E-Dur ........................................................... 142 2.1 Der Eröffnungsabschnitt der Ouvertüre ............................................ 142 2.2 Das schwirrende Streichermotiv als Startmotiv................................ 144 2.3 Das Tutti-ff-Motiv als kadenzierendes Schlussmotiv ....................... 151 2.4 Der „schwebende“ Charakter...

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