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Somatische und emotionale Konzepte in der deutschen und polnischen Phraseologie

Ein lexikografischer Ansatz zum phraseologischen Übersetzungswörterbuch

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Malgorzata Gulawska-Gawkowska

Die Autorin stellt sich die Aufgabe, Übersetzern eine neuartige und wirksame Hilfe bei der Translation von Phraseologismen zu bieten. Sie konzentriert sich auf die drei Bedeutungsbereiche bzw. Konzepte Angst, Verwunderung und Wut. Dazu untersucht sie deutsche und polnische Somatismen, die «Körpermetonymien, Metaphern und konventionelle Mimik und Gestik» aufweisen. Als Ausgangspunkt für ihre Überlegungen und Strategien setzt sie sich mit traditionellen Wörterbüchern und der jeweiligen Darstellung von Phraseologismen auseinander. Diese kritische Sicht hilft ihr, einen neuen Ansatzpunkt zu finden. Er besteht in der Konzeption einer «onomasiologischen Vorgehensweise in zweisprachigen Werken der Zukunft».
(Aus dem Gutachten von Professor Wolfgang Schramm von der Universität Warschau)

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IV. Auge als Bestandskonstituente in Metaphern und Metonymien

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Da diese Abhandlung das sprachliche Material und zwar Somatismen präsen- tiert, werden hier Phraseologismen – darunter auch viele Kinegramme – mit dem Bestandteil Auge vor allem unter Berücksichtigung ihrer Sprachlichkeit und Konventionalität beschrieben. Was die Häufigkeit betrifft, mit der diese Phra- seologismen mit der Konstituente Auge im Deutschen vorkommen, so nehmen sie in Müllers Lexikon der Redensarten den zweiten Platz neben den Phraseolo- gismen mit dem Kernstück Herz und Kopf ein. Sie sind jeweils mit 100 Wen- dungen in diesem Wörterbuch vertreten. Nur Somatismen mit der Hauptkonsti- tuente Hand, die 170 Phraseologismen repräsentieren, bilden eine größere Gruppe. Die lexikografische Perspektive spielt bei der praktischen Beschreibung der ausgewählten Somatismen in diesem Kapitel die wichtigste Rolle. 1. Lexikografische Beschreibung der Somatismen aus der kognitiven Perspektive Die Gruppierung der ausgewählten Somatismen um die Bezeichnung für einen Körperteil, der als Konstituente des Phraseologismus fungiert, hat eine lange lexikografische Tradition, die im Kapitel „Phraseografie“ kurz angedeutet und im Kapitel „Somatische Phraseologie“ im Teil „Somatische Teilklassen“ er- wähnt wurde. Eine solche Anordnung ist nur in dem Fall sinnvoll, in dem die Somatismen nicht alphabetisch, sondern unter dem jeweiligen Körperteil nach festgelegten Kriterien geordnet werden, zu denen z. B. ein Körperorgan als Mo- tivationsgrundlage gehört. Aus dem Überblick über die phraseologischen Wör- terbücher geht nicht hervor, dass einheitliche Regeln auf diesem Gebiet herr- schen. Auf Kritik stoßen vor allem die nach Sachgebieten festgelegten Wörter- bücher, weil sie...

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