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Literatur und interkulturelle Erfahrung

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Edited By Michael Hofmann

Interkulturalität ist ein Paradigma, das in den letzten Jahren immer mehr an Aktualität gewonnen hat. Rüdiger Sareika hat während seiner Arbeit an der Evangelischen Akademie Schwerte-Villigst dieses Thema in innovativer und engagierter Weise in die Diskussion gebracht und unzählige Anregungen vermittelt – und dies vor vielen anderen. Dieser Band verdeutlicht mit vielen Beiträgen namhafter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die Partnerinnen und Partner der Arbeit Rüdiger Sareikas waren, den Stellenwert interkultureller Erfahrung für die deutsche Literatur und für die aktuelle literatur- und kulturwissenschaftliche und auch kulturpolitische Diskussion.

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Postkoloniale Begegnungen in der globalisierten Welt. Indien und Afrika in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur: Ilija Trojanow: „Der Weltensammler“ und Christof Hamann: „Usambara“: Michael Hofmann

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214 Charis Goer Zumal wenn sich diese Sexualität wie in Brasilien geradezu obsessiv auf dun- kelhäutige Männer richte, wird sie noch um so fragwürdiger: „Hat das nicht et- was Kolonialistisches?“32 Die Figur Thomas Meinecke, eingeführt als verdichtetes und verschobenes Lookalike des Autors einerseits und Hubert Fichtes bzw. Jäckis anderseits, ent- fernt sich im Laufe des Romans partiell von letzterem und nähert sich ersterem an. Damit wird das Prinzip der doppelten Imitation keinesfalls aufgegeben, je- doch das ihm innewohnende emanzipatorische Potenzial immer mehr entfaltet. Denn auch im digitalen Zeitalter des Copy-and-paste gibt es keine identische Wiederholung, sondern jede Imitation bedeutet Variation, ja der eigentliche Reiz des Lookalikes beruht mehr noch auf Differenz denn Identität. So erlangt Meinecke, Figur wie Autor, gerade legitimiert und qualifiziert durch diese prin- zipielle Nähe zu Fichte die Souveränität, sein gelegentliches Unverständnis ein- zugestehen, unangenehme Fragen zu stellen, sanfte Korrekturen vorzunehmen. Als doppelter Lookalike kann er sich, wenn nötig, auch gegen Fichte zu Fichte bekennen und sich unter Berufung auf Fichte als Vorbild in eine popkulturelle Tradition der interkulturellen Erfahrung stellen, die vielleicht erst bei ihm selbst als solche erkennbar geworden ist. 32 Ebd., S. 339. Postkoloniale Begegnungen in der globalisierten Welt. Indien und Afrika in der deutschsprachigen Gegenwartsli- teratur: Ilija Trojanow: „Der Weltensammler“ und Chris- tof Hamann: „Usambara“ Michael Hofmann Peter Weiss hat in seinem Roman „Die Ästhetik des Widerstands“ (1975–1981)1 ein Programm formuliert, das den emanzipatorischen Charakter der Kunst...

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