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Geistliche Literatur des Mittelalters und der Frühen Neuzeit

Festgabe für Rudolf Suntrup-

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Edited By Volker Honemann and Nine Miedema

Die hier vorgelegte Festgabe für Rudolf Suntrup hat sein Forschungsgebiet, die Geistliche Literatur des Mittelalters und der Frühen Neuzeit, zum Thema. Die Spanne der Beiträge reicht von geistlichen Aspekten der Spruchdichtung und des Rechtsschrifttums im 12. und 13. Jahrhundert über die Legendendichtung und die Erzähl- und Traktatliteratur des 14. und 15. bis hin zu gedrucktem normativen Schrifttum, dem geistlichen Theater und der religiösen Lyrik des 17. Jahrhunderts. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf bisher kaum erforschten Texten des 16. und 17. Jahrhunderts. Dabei werden, mit Beiträgen zu lateinischen, deutschen, niederländischen, schottischen und französischen Texten, die Grenzen des deutschen Sprachraums bewusst überschritten, um so der Übernationalität dieser Literatur Rechnung zu tragen.

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Emblematische Sinnkonstruktion bei Georgette de Montenay - Dietmar Peil (München)

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Emblematische Sinnkonstruktion bei Georgette de Montenay Dietmar Peil (München) Georgette de Montenay (1540-1581) gilt mit ihrer Sammlung Emblemes ou de- vises chrestiennes (zuerst 1567/1571) als Begründerin der religiösen Emblema- tik. Zwar hat es auch schon in älteren Sammlungen religiöse Embleme gegeben – die frühesten Beispiele sind wohl das Ganymed- und das Merkur-Emblem des Andrea Alciato1 –, aber eine derart konsequente Ausrichtung auf e i n e n the- matischen Bereich ist vor Montenay nicht zu verzeichnen. Dies mag den mit der Entwicklung dieses Zweiges der Emblematik nicht vertrauten Rezipienten viel- leicht überraschen, hätte er doch vielleicht – angesichts der weiten Verbreitung der Jesuitenemblematik im 17. und 18. Jahrhundert – die ‘Erfindung’ dieser Spielart der Gattung eher auf katholischer Seite vermutet, während Georgette de Montenay, die Hofdame der Königin von Navarra, Jeanne d’Albret, zwar mit einem Katholiken verheiratet war, sich aber zum (eigentlich bilderfeindlichen) Calvinismus bekannte.2 Die Erstausgabe der Emblemes ou devises chrestiennes erschien wohl 1567 bei Philippe de Castellas in Lyon, der über das Manuskript seit 1561 verfügte.3 Eine Zweitauflage dieses Erstdrucks brachte Jean Macorelle 1571 (ebenfalls in Lyon) heraus. Die Kupferstiche werden Pierre Woeiriot zugeschrieben;4 die la- teinischen Motti sind in Kartuschen in die Stiche integriert, als Epigramme wer- den jeweils acht französische Zehnsilbler eingesetzt. In dieser Form erscheint die Sammlung noch einmal 1620 in La Rochelle. 1584 bringt Christoph Frosch- auer in Zürich unter dem Titel Emblematum Christianorum Centuria Cum eo- rundem Latina interpretatione eine erweiterte Ausgabe mit vierzeiligen lateini-...

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